Wirtschaft
Der Lari - junge Währung eines jungen Staates
Der Lari ist die offizielle Währung Georgiens. Das Wort Lari stammt von dem alten georgischen Wort für Eigentum ab.


Geschichte

Der Lari wurde als Reaktion auf eine schwache Wirtschaftslage Mitte der 90er Jahre eingeführt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion führte Georgien im April 1993 den Coupon ein und erlebte eine der höchsten Inflationsraten der post-sowjetischen Länder. Im Jahr 1994 gab es eine Episode von Hyperinflation, bei der die Inflationsrate 15.607 Prozent erreichte. Als Folge führte die Nationalbank von Georgien 1995 ein Stabilisierungsprogramm durch, das die Einführung einer Währungsänderung (Lari) ermöglichte. In Folge fiel die Inflation im Jahr 1995 auf 163 Prozent Inflation und in der Folge auf eine einstellige Inflation im Jahr 1997.


Wert


Nach seiner Einführung wurde der Lari inoffiziell an den Dollar gebunden, um die Glaubwürdigkeit der Währung und ihre Nutzung zu steigern. Diese dramatische “Dollarisaierung" der georgischen Wirtschaft führte zu starken Wertschwankungen. Verschiedene Initiativen der Nationalbank von Georgien zur Wende des neuen Jahrhunderts stabilisierten die Währung. Die Inflationsrate liegt im Juli 2017 bei 7,10%. Experten erwarten, dass diese Rate bis 2020 auf 3,7% sinken wird.


Die georgische 50 Larinote
Die Königin Tamar aus dem 12. Jahrhundert ziert die Vorderseite der 50 Larinote.


Öffentliche Wahrnehmung


Aufgrund seiner instabilen Geschichte fehlt dem Lari immer noch das Vertrauen der Öffentlichkeit. Infolgedessen bevorzugt die Mehrheit der Bevölkerung oft ihre Ersparnisse (55%) und Darlehen (60%) in einer Fremdwährung anzulegen. Es ist auch üblich, für Privatunterricht, Miete und sogar Autokäufe in Dollar zu zahlen, wenn der Kauf nicht durch eine autorisierte Firma ist. Eine der Hauptaufgaben der Nationalbank von Georgien ist es, das Vertrauen in den Lari zu erhöhen und den Prozess der "Larisierung" der Wirtschaft zu erleichtern.

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