Wirtschaft
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Georgien: Wirtschaftlicher Erfolg für die Zukunft gesichert
Erfolgreich in die Zukunft dank Reformen. Angesichts der „unglaublichen Erfolgsgeschichte“, die Georgien zuletzt schrieb, stelle die Frage, was das Land ändern müsse, um diese Geschichte fortzusetzen, so Experten der Weltbank. Ihre Antwort darauf liefern sie gleich mit: lediglich kleine Änderungen seien nötig, denn das Wirtschaftsmodell biete eine sichere Basis.

In einem Vorgriff auf einen in Kürze erscheinenden Bericht der Bank teilten mehrere Weltbank-Experten bereits ihre Einschätzung mit, dass das existierende Wirtschaftsmodell für Georgien als Sprungbrett auf eine höhere wirtschaftliche Entwicklungsstufe hervorragend geeignet sei. Um nach der Klassifizierung der Weltbank bis 2030 in die Riege der Länder mit „höherem mittlerem Durchschnittseinkommen“ aufzuschließen, ist nach Meinung der Experten ein Mix aus den bestehenden Erfolgsgaranten der georgischen Wirtschaft mit der Verbesserung bislang weniger genutzten Einkommensquellen ausreichend.

Nächsten Entwicklungsschritt bis 2030 gut machbar

Die Triebkräfte der wirtschaftlichen Entwicklung – Tourismus, Landwirtschaft und Design – sollten, so die Empfehlung, mit einer erhöhten betrieblichen und individuellen Produktivität und einer stärkeren Export-Orientierung gepaart werden. Gleichzeitig werde die Einbindung des Landes in Projekte wie die „Belt and Road Initiative“ wichtig sein. Insgesamt sehen die Weltbankexperten das georgische Wachstum nicht gefährdet und halten die Möglichkeit, bis 2030 ein Land von „höherem mittlerem Durchschnittseinkommen“ zu werden, für Georgien als gut erreichbar.

Reformwille als Schlüssel zum Erfolg

Der Grund dafür, dass Georgien heute etwas entspannter auf seine wirtschaftliche Zukunft blicken kann, als noch vor zwei Jahrzehnten, ist der, mit Ausnahmen, konsequente Wille der verschiedenen Regierungen seit 2004, die eigene Wirtschaft zu reformieren und auch staatliche Institutionen so zu verbessern, dass sie das Wirtschaftswachstum beflügeln. Wie erfolgreich diese Reformen waren und sind, zeigt sich beispielsweise an den verschiedenen Rankings der Weltwirtschaft, zu Korruption, oder zur wirtschaftlichen Freiheit, in denen Georgien immer weiter nach oben klettert.

Vorbild Georgien

Daneben gibt es zahlreiche Studien zu den einzelnen Elementen des georgischen Staates, wie er heute nach unzähligen Reformen (und vor vielen weiteren) besteht. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) hebt dabei die Art und Weise hervor, wie es der georgische Staat sehr erfolgreich schaffte, die Steuereinnahmen zu erhöhen, ohne dadurch das Wachstum der Wirtschaft zu gefährden.

IWF hebt Georgien Steuersystem hervor

Zahlreiche Länder auf der Entwicklungsstufe von Georgien erleben dieses Problem. Während die fortschrittlichsten Wirtschaften um die 40% des Gegenwerts des Bruttoinlandsprodukts an Steuern eintreiben können und damit über komfortablen finanziellen Spielraum verfügen, erreichen die meisten Entwicklungsländer Raten von etwa 15%. Somit können sie die Bedürfnisse der Bürger nicht erfüllen und setzen das Wachstum aufs Spiel. Um den finanziellen Spielraum zu erhöhen, stehen diesen Ländern verschiedene Maßnahmen zur Verfügung. Wie diese erfolgreich eingesetzt werden können, zeige Georgien par excellence, so der IWF. Das Land schaffte es laut IWF-Bericht, zwischen 2000 und 2013 die Rate der eingetriebenen Steuern von 12% auf 25% zu erhöhen.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich der IWF in seinem Bericht daher auch speziell Georgien heraussuchte, um anhand des Landes Leitlinien für den wirtschaftlichen Aufstieg vergleichbarer Wirtschaftsmodelle zu erarbeiten. Georgien beweise, dass Regierungen ein klares Mandat der Bevölkerung zur Änderung des Steuersystems benötigten, sich klar für solche Reformen aussprechen müssten, einfachere Steuersysteme zu bevorzugen seien, die Mehrwertsteuer eine sinnvolle Maßnahme sei und eine Reform der mit der Erhebung der Steuern betrauten Agenturen nötig seien, um die Steuereinnahmen zu erhöhen.

Den Bericht des Internationalen Währungsfonds finden Sie auf Englisch hier (externer Link) und die Einschätzung der Weltbank-Experten, ebenfalls auf Englisch, hier (externer Link).
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