Wirtschaft
© Wirtschaftsministerium Georgien
IWF im Gespräch mit Wirtschaftsminister Kumsishvili: „Georgien floriert“
„Das Regierungsprogramm, Georgien zu einem attraktiven Investitionsstandort zu machen, erweist sich als erfolgreich“, schreibt der Internationale Währungsfonds (IWF). In einem Gespräch mit dem georgischen Wirtschaftsminister Dimitry Kumsishvili und dem Direktor der Nationalbank von Georgien, Koba Gvenetadze, spricht er über die aktuelle Wirtschaftslage Georgiens.

Dabei hält der IWF fest: „Georgien floriert.“ Ein Wirtschaftswachstum von 4,7 Prozent in den ersten acht Monaten von 2017, Aufstufungen durch Rating Agenturen, rasant wachsende Exporte und boomender Tourismus. Wie kann man all dies gleichzeitig erreichen, fragt der IWF Kumsishvili.

Dieser bezieht sich auf den Vier-Punkte-Plan der Regierung. Es sei die Kombination aus wirtschaftlichen Reformen, einer transparenten Regierungsarbeit, Investitionen in die Infrastruktur und Reformen im Bildungssystem, die den Erfolg ausmachen würden. Dabei seien größere Investitionsprogramme, wie etwa in Infrastruktur und Bildung, durch ein reformiertes und „wachstumsfreundliches“ Steuersystem abgefedert worden, so Kumsishvili.

Im Gespräch mit Gvenetadze geht der IWF auf die wirtschaftliche Flaute von 2015 und 2016 ein und fragt, wie Georgiens Wirtschaft durch die ungünstigen Bedingungen manövriert werden konnte. Gvenetadze machte vor allem eine umsichtige Politik und die flexiblen Wechselkurse für den georgischen Lari verantwortlich. Zwar habe der Lari dabei zwischenzeitlich stark an Wert verloren. Doch die georgische Wirtschaft konnte sich weiterhin positiv entwickeln.

Eine der Lehren aus der Wirtschaftsflaute sei für Gvenetadze vor allem die Dollarisierung, also das Verhältnis von Fremdwährungseinlagen und -Darlehen zu den gesamten Einlagen und Darlehen. Diese Dollarisierung würde ein großes Risiko für die georgische Wirtschaft und die Finanzwelt darstellen, da sich eine Fluktuation im Dollar umgehend auf die inländischen Finanzen auswirken könne. Diesem Verhältnis müsse entgegengewirkt werden, so Gvenetadze.

Das vollständige Interview des IWF mit dem georgischen Wirtschaftsminister Dimitry Kumsishvili und dem Direktor der Nationalbank von Georgien, Koba Gvenetadze, finden Sie in englischer Sprache hier (externer Link).

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