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Georgien: Exporte steigen um 29,4 Prozent an
Der Außenhandel für Georgien nimmt zwischen Januar und Oktober dieses Jahrs im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr um 12,7 Prozent zu. Ein Großteil dieses Anstiegs ist den deutlich gesteigerten Exporten zu verdanken. Ein im Vergleich zum Vorjahr um 29,4 Prozent gesteigertes Exportvolumen, lautet die vorläufige Bilanz der nationalen Statistikbehörde Geostat.

Handelspartner nach Regionen: EU immer wichtiger

Waren im Wert von 2,2031 Milliarden US-Dollar stehen Importen im Wert von 6,363 Milliarden US-Dollar gegenüber. Das Außenhandelsdefizit beträgt damit 4,16 Milliarden US-Dollar. Der Handel mit Ländern der Europäischen Union nahm im selben Zeitraum um 4,2 Prozent zu und die georgischen Exporte in die EU stiegen um 17,1 Prozent an.

Mehr als ein Viertel des georgischen Außenhandels (27,1 Prozent) wurde somit mit den Mitgliedsstaaten der EU abgewickelt. Wichtiger war nur der Handel mit den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), von denen viele in der direkten Nachbarschaft von Georgien liegen: 32,5 Prozent. Insbesondere die Exporte in die GUS-Länder sind bemerkenswert. Waren im Wert von 911,5 Millionen US-Dollar wurden hierbei ausgeführt – gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Steigerung von 59,6 Prozent. Dieser Umstand dürfte nicht zuletzt den neuen Transportmöglichkeiten geschuldet sein, die Osteuropa und Zentralasien in wirtschaftlicher Hinsicht enger zusammenrücken lassen.

Die wichtigsten Handelspartner

Die Türkei bleibt der wichtigste Handelspartner für Georgien (14,9 Prozent Anteil am gesamten Handelsvolumen). Überraschend mag sein, dass Russland mit 10,9 Prozent auf dem zweiten Platz folgt, unterhalten beide Länder seit dem Krieg 2008 noch nicht mal offizielle diplomatische Beziehungen und hält Russland auch weiterhin zwei Regionen von Georgien besetzt. Ob Pragmatismus oder wirtschaftliche Notwendigkeit diesen Umstand erklären, der Handel zwischen beiden Ländern dürfte weiter ansteigen, wenn ein seit Langem in der Schwebe hängendes Handelsabkommen zeitnah ratifiziert wird, wie kürzlich angekündigt. Russland ist zudem, wie schon im Vorjahr, wichtigster Absatzmarkt für georgische Produkte. Der Wert der dorthin ausgeführten Waren verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr sogar und macht für den Zeitraum Januar bis Oktober 14,3 Prozent am gesamten Export aus.

China folgt mit einem Anteil von 8,5 Prozent auf Russland. Deutschland ist mit 4,7 Prozent der siebtwichtigste Handelspartner für Georgien. Aserbaidschan (7,6 Prozent), die Ukraine (5,2 Prozent), Armenien (4,7 Prozent), die USA (3,7 Prozent), Bulgarien (3,2 Prozent) und Italien (2,8 Prozent) komplettieren die Top 10 der wichtigsten Handelspartner. 66,1 Prozent des Außenhandels läuft über diese zehn Staaten.

Exportgüter

Die wichtigsten Exportgüter waren Kupfererze, Eisenlegierungen, Autoteile, Wein und Medikamente. Der Export von Haselnüssen, eigentlich eines der wichtigsten Exportgüter für Georgien, nahm als Folge der katastrophalen Ernteausfälle aufgrund einer Insektenplage dramatisch ab. Der Wert aller ausgeführten Haselnüsse liegt um mehr als die Hälfte niedriger im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr.

Dass die Wirtschaft in Georgien brummt, ist längst bekannt – Investoren aus aller Welt richten ihre Augen auf die junge Demokratie im Kaukasus, die immer wichtiger wird für den Welthandel.
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