Wirtschaft
Georgien: Werden Wachstumsprognosen erneut übertroffen?
Die georgische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2018 kräftig gewachsen. Hält der Trend an, könnten erneut die Wachstumsprognosen der georgischen Regierung und internationaler Institutionen für 2018 übertroffen werden.

Zwischen Januar und März 2018 stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach vorläufigen Angaben der nationalen Statistikbehörde Geostat um 5,2%. Wirtschaftsminister Dimitry Kumsishvili nannte gestiegene wirtschaftliche Aktivitäten im Transport- und Dienstleistungssektor, sowie in der verarbeitenden Industrie und auf dem Immobilienmarkt als treibende Kräfte hinter dem Wachstum. Daneben sei auch ein Anstieg im Warenexport verantwortlich für das höhere BIP. Der Dienstleistungssektor profitierte von den Touristen, die in immer größeren Zahlen nach Georgien kommen. Die Einnahmen im Tourismussektor steigerten sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 28,8%.

Die Regierung erwartet für das Gesamtjahr 2018 eine Wachstumsrate von 4,5%. Eine Einschätzung, die vom Internationalen Währungsfonds, der Asiatischen Entwicklungsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung geteilt wird. In den vergangenen Jahren übertraf die georgische Wirtschaft die Erwartungen und wuchs meist schneller, als von den Finanzinstituten antizipiert. Dass sich dies auch 2018 wiederholen könnte, wird in Georgien gehofft. Positiv wird zudem aufgenommen, dass die georgische Wirtschaft im Transport- und im Exportsektor zugelegt hat. Damit bestätigt sich fürs Erste, dass sich der Plan der georgischen Regierung, Georgien als Handelsdrehkreuz im Kaukasus und auf Chinas „ Belt & Road Initiative“ zu etablieren, auszahlen könnte. Darüber hinaus dürfte sich durch die gestiegenen Exporteinnahmen auch das Handelsdefizit verringern.
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