Wirtschaft
Der georgische Premierminister Giorgi Kvirikashvili am Hafen von Anaklia. (© Büro des Premierministers von Georgien)
Anaklia und Khorgos: Tiefsee- und Trockenhafen kooperieren
Die beiden Freihandelszonen Anaklia City an der georgischen Schwarzmeerküste und Khorgos in Kasachstan, nahe der chinesischen Grenze, sehen ihre Zukunft in einer engen Zusammenarbeit. Bei einem Treffen in Khorgos haben Vertreter beider Organisationen dieser Tage eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Für Anaklia City ist es bereits der zweite Abschluss einer solchen Kooperation. Ein vergleichbares Abkommen wurde bereits mit der südkoreanischen Freihandelszone in Incheon unterzeichnet.

Ein Versprechen mit hoher Erfolgsaussicht

Wegen ihrer günstigen geografischen Lage gelten Anaklia und Khorgos als zentrale Häfen entlang der „Belt and Road Initiative (BRI) / Neuen Seidenstrasse“.

Immer deutlicher zeichnet sich dabei die Bedeutung des sogenannten „mittleren Handelskorridors“ der BRI ab. Dieser verläuft über Land durch Kasachstan, per Schiff über das Kaspische Meer und dann wieder über Land durch Aserbaidschan nach Georgien. Von dort aus können Güter per Schiff über das Schwarze Meer, oder per Eisenbahn durch die Türkei in die zentraleuropäischen Wirtschaftsräume exportiert werden. Dieselbe Route dient umgekehrt auch dem Transport von Gütern aus Europa nach China.

Tiefseehafen für den Welthandel


In Anaklia entsteht derzeit der größte Tiefseehafen von Georgien mit einer angrenzenden Gewerbefläche. Von hier aus sollen Waren nach Westen und Osten verschifft werden. Die Fertigstellung der Eisenbahnlinie von Baku über Tbilisi in die Türkei, die Freihandelsabkommen zwischen Georgien und China, sowie zwischen Georgien und der Europäischen Union stärken das internationale Interesse.

Aus China nach Europa

Ähnliches gilt für Khorgos, laut Angaben der Betreiber, nach Fertigstellung der nicht nur größte, sondern auch wirtschaftlich bedeutendste Trockenhafen der Welt – und das trotz seiner geografischen Lage: Khorgos liegt sehr nahe am sogenannten „eurasischen Pol der Unzugänglichkeit“: Nirgendwo sonst auf dem Erdball befindet man sich weiter von einer Meeresküste entfernt. Um diesen Nachteil auszugleichen und die Region zu einem Handelszentrum zu machen, investierte die Volksrepublik China bislang mehrere Milliarden US-Dollar in das Projekt.

Das beweist das enorme Vertrauen Chinas in den Erfolg der „Belt and Road Initiative“ und bedeutet auch für Georgien einen Vorteil, denn: die Güter, die in Khorgos verladen werden, passieren auf ihrer Reise auch Georgien. Hier können sie dann (weiter-)geschifft oder verarbeitet werden und als fertige Produkte per Freihandelsabkommen in die EU exportiert werden. Abkommen wie das zwischen Anaklia und Khorgos, oder Verträge über den Abbau von Handelsbeschränkungen zwischen den Ländern entlang des mittleren Korridors haben sich zuletzt gehäuft und unterstreichen die große Bedeutung, die der Region von allen Seiten bescheinigt wird.
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