Wirtschaft
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Georgien unter den Top 10 der geschäftsfreundlichsten Länder weltweit
Die Wirtschaft hat den Vorteil, dass sich ihr Fortschritt genau vermessen lässt und wirtschaftliche Erfolge einfach anschaulich präsentiert werden können. In diesem Sinne steht der neunte Platz, den Georgien im Ease of Doing Business Index der Weltbank einnehmen konnte, für Vieles, was im Land und in seiner Wirtschaftspolitik derzeit richtig läuft.

Konsequente Reformen

Der strikte Reformkurs, dem sich die georgische Regierung verschrieben hat, hat es Georgien ermöglicht, den schweren Mantel des sowjetischen Wirtschaftsmodells nach seiner Unabhängigkeit 1992 in zwei Jahrzehnten abzuwerfen. Keine andere ehemalige Sowjetrepublik kann auf eine ähnlich günstige wirtschaftliche Gesamtentwicklung verweisen. Mittlerweile ist Georgien nach Ansicht der Experten der Weltbank in der ersten Riege der wirtschaftsfreundlichsten Länder angekommen, auf einer Stufe mit Neuseeland, Hongkong, Singapur, der USA, und Großbritannien.

Nachholbedarf in anderer Hinsicht


Bemerkenswert ist dabei, dass all diese Länder über ein deutlich höheres Bruttoinlandsprodukt, also ein deutlich höheres durchschnittliches Einkommen ihrer Bürger, aufweisen und vermutlich über eine deutlich bessere öffentliche internationale Wahrnehmung ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten verfügen. Georgien muss in diesen Feldern aufholen und vor allem dem Gros der eigenen Bevölkerung verbesserte Partizipationsmöglichkeiten am wirtschaftlichen Aufschwung bieten. Immerhin, die öffentliche Wahrnehmung von Georgien allgemein und seiner Wirtschaft im Besonderen steigt stetig.

Was macht den georgischen Erfolg aus?

Der Ease of Doing Business Index der Bank erfasst, wie leicht sich neue Unternehmen aufbauen lassen, wie gut die Rechtssicherheit ist, ob infrastrukturelle Notwendigkeiten erfüllt sind, wie das finanzielle Umfeld gestaltet ist und ob sich leicht Handel treiben lässt, auch über die Landesgrenzen hinaus. Der 9. Platz für Georgien im jetzt veröffentlichten Ranking, welches für das kommende Jahr 2018 gilt, resultiert aus verschiedenen Faktoren. Fast nirgendwo sei es laut der Weltbank leichter, ein neues Unternehmen zu gründen und Besitz öffentlich zu registrieren. In beiden Kategorien besetzt Georgien aktuell Platz 4.

In jeder Hinsicht vorbildlich sei zudem der Schutz von Minderheitsinvestoren (2. Platz), der durch Reformen, die Minderheitsinvestoren umfangreichere Rechte zusprechen, weiter gestärkt wurde. Weitere Reformen im vergangenen Jahr seien dafür verantwortlich, dass der Zugang zu Elektrizität vereinfacht (30. Platz) und die Abwicklungen von Insolvenzverfahren (57. Platz) verbessert worden seien.

Hervorragend schneidet Georgien darin ab, das Einhalten von Verträgen zu gewährleisten (7. Platz), sowie bei den Zugangsmöglichkeiten zu Krediten (12. Platz). Baugenehmigungen seien relativ unkompliziert zu erhalten (29. Platz). Insgesamt gilt es zu erwähnen, dass Georgien sich in allen Kategorien entweder verbessert, oder zumindest nicht verschlechtert hat. In der Punktewertung stieg Georgien daher um 2,12 Punkte auf 82,04 Gesamtpunkte.

Handelsbarrieren weiter senken

Am schlechtesten in den zehn Kategorien schneidet Georgien nach Ansicht der Weltbank in der Einbindung in das internationale Handelsgeflecht ab (62. Platz). Dieser Umstand sollte sich in den nächsten Jahren aber grundlegend ändern. Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union, mit der Volksrepublik China, mit Indien und weiteren Staaten, die allesamt erweitert werden sollen, ebnen dafür den Weg. Zudem werden auch in den USA zuletzt Stimmen lauter, die ein solches Abkommen mit Georgien fordern. Grund dafür ist immer mehr die exponierte Lage der Kaukasusrepublik auf der „Neuen Seidenstraße“ und, nicht zuletzt, das wirtschaftliche Klima, das im Ranking der Weltbank so anschaulich mit einem 9. Platz quittiert wird.

Den vollständigen Bericht der Weltbank finden Sie hier (externer Link).
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