Reformen
© Büro des Premierministers von Georgien
Georgien: Kleinunternehmen werden entlastet
Weniger Abgaben für kleine Unternehmen. Die georgische Regierung will den Umsatzsteuersatz für Unternehmen mit einem Umsatz bis 500.000 GEL auf 1% reduzieren. Von den Maßnahmen wird sich vor allem eine Förderung des Privatsektors und weitere Investitionen versprochen.

Lag die Umsatzsteuer für Kleinunternehmen (bis jährlich 150.000 GEL Umsatz) bislang schon bei vergleichsweise niedrigen 5%, kündigten Premierminister Giorgi Kvirikashvili und Finanzminister Mamuka Bakhtadze an, diesen auf 1% zu verringern, sowie künftig Unternehmen bis 500.000 GEL Jahresumsatz unter „Kleinunternehmen“ zu listen und ihnen so Zugang zu den Steuererleichterungen zu gewähren.

Weitere Steuererleichterungen angekündigt

„Ich bin davon überzeugt, dass viele Unternehmer in Georgien von dieser bedeutenden Steuerreform profitieren werden und weitere Firmen gegründet werden,“ kommentierte Kvirikashvili den Plan in der Sitzung des Kabinetts. Finanzminister Bakhtadze, dessen Resort den Plan ausgearbeitet hatte, gab als Ziel aus, den Anteil von Kleinunternehmen am Bruttosozialprodukt deutlich zu erhöhen. Er kündigte weitere Steuererleichterungen an und bezeichnete die Maßnahmen als Teil einer zweiten großen Welle an Wirtschaftsreformen. In den letzten Jahren waren die Programme „Produce in Georgia“ oder „Plant the Future“ als Maßnahmen der ersten Welle bereits erfolgreich.

Beginn einer zweiten Reformwelle


Unklar bleibt bislang, wie die neuen Steuererleichterungen im Staatshaushalt kompensiert werden sollen. Das zuletzt sehr stabile Wirtschaftswachstum erlaube aber nach Ansicht von Beobachtern gewissen finanziellen Spielraum.

Mit den neuerlichen Reformen beweist Georgien nicht nur, dass es sich mit den bislang erreichten, teils bemerkenswerten, wirtschaftlichen Erfolgen nicht zufrieden gibt, sondern weiter an seiner wirtschaftlichen Offenheit arbeiten will. Bereits jetzt gilt Georgien als eine der offensten Volkswirtschaften weltweit.

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