Natur- und Umweltschutz
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Swanetien: Polizeieinsatz gegen illegalen Holzhandel. Unverständnis bei Bürgern.
Holz ist nach wie vor eine der wichtigsten Ressourcen im täglichen Leben für viele Menschen in Georgien - vor allem in den ländlichen Gebieten. Traditionell galt der Wald als Gemeingut. Den Georgiern war es erlaubt, ihr Brennholz kostenfrei aus den umliegenden Wäldern zu holen. Doch der unkontrollierte Holzeinschlag eskalierte zunehmend zu einem von kriminellen Bänden organisierten Holzraub, der nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch immensen Schaden verursachte. Die Waldbrände im vergangenen Jahr standen in direktem Zusammenhang damit.

Die georgische Regierung geht seitdem entschlossen gegen Holzraub vor und unkontrollierten Holzeinschlag vor. So auch bei einer jüngsten Polizeiaktion in der Region Swanetien.

Zunächst hatte das georgische Finanzministerium die Wirtschafts- und Finanzpolizei in die bei Touristen sehr beliebte Bergregion entsendet. Der Verdacht: Nichtregistrierte Unternehmen fällen illegal Holz und verarbeiten und verkaufen es ohne Steuern zu zahlen. Dem Finanzministerium zufolge würden gegenwärtig 39 Sägewerke in der Region um Swanetien überprüft. 20 davon seien bislang als nichtlizensierte Betriebe identifiziert worden.

Anwohner blockieren Straße nach Swanetien

Der Polizeieinsatz stieß bei der Bevölkerung in der Region indes auf Empörung statt auf Verständnis. Wütende Bürger versperrten den Behörden die einzige Straße, die nach Swanetien zu den Sägewerken führt. Arbeitsplätze, günstiges (da unversteuertes) Holz und das private Holzsammeln für den Eigenbedarf standen für die Demonstranten auf dem Spiel. Vereinzelt bewarfen sie die Finanzpolizei mit Stöcken und Steinen.

Erst nach Eintreffen der Bereitschaftspolizei und nach stundenlangen Diskussionen löste sich die dann weitgehend friedliche Demonstration auf.

Finanzminister: „Ökologische Probleme wichtiger als wirtschaftliche“

Das Finanzministerium versuchte derweil von Tbilisi aus die Diskussion um das Vorgehen zu versachlichen. Es ginge dem Resort vor allem um die großangelegten, nichtlizensierten Sägewerke. Der durch jene Werke entstehende Schaden sei bei weitem nicht nur finanzieller Natur.

„Die ökologischen Probleme sind wichtiger als die wirtschaftlichen“, sagte der georgische Finanzminister Ivane Machavariani. „Wir glauben, dass die Bäume geschützt werden müssen. Dieser Tag dient als der Beweis dafür. Die Entwicklungen in Swanetien belegen dies. 15 Personen wurden [im Zuge der Finanzkontrollen; Anm. d. Red.] bereits festgenommen“, so Machavariani weiter.
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