Gesellschaft / Geschichte
CC0 Creative Commons License
Tbilisi: Aktion gegen Smog
Man muss diese Stadt für Vieles lieben. Nur leider nicht mehr für ihre Luft. Nahezu täglich gibt es einen anderen Grund dafür, dass der Verkehr entlang der drei, vier Hauptverkehrsadern, die durch Tbilisi führen, komplett zusammenbricht. Stoßstange an Stoßstange qualmen dann Autos, deren Schadstoffaustausch auf zehn Kilometern nach heutigen Standards vermutlich für hundert und mehr reichen könnte.

Nicht, dass es keine öffentlichen Verkehrsmittel gäbe: Tbilisi hat eine U-Bahn und ein Bus-Netz, das engmaschiger und billiger kaum sein könnte. Aus unerfindlichen Gründen aber, gilt es als Arme-Leute-Transportmittel, und lieber steht man eine Stunde im Stau, als dass man das Auto stehen ließe.

Dem wachsenden Unmut über die im wahrsten Sinne des Wortes atemraubenden Folgen dieser Lebensgewohnheit haben nun einige Aktionisten Ausdruck gegeben: Als Tbilisi am Morgen des 29. November erwachte, trugen sämtliche Statuen in der Stadt, die in Bronze gegossenen oder aus Stein gemeißelten Dichter, Denker, Komponisten, Politiker und Helden diverser Revolutionen - Atemschutzmasken.

Feinsinniger kann man auf ein schwerwiegendes Problem kaum hinweisen. Ob der neu gewählte Bürgermeister eine Lösung dafür findet?
Print E-mail
FaceBook Twitter Google
Ähnliche Nachrichten
Schwere und ununterbrochene Regenfälle haben in den Regionen um Batumi und Samegrelo im Westen von Georgien zu Überschwemmungen geführt. Mehrere Straßenzüge stünden komplett unter Wasser.
Ein Jahr nach dem Ende des „Augustkrieges“ reiste Armin Huttenlocher, im Sommer 2009, in das Gebiet nahe der sogenannten Verwaltungslinie des von Russland besetzten Süd-Ossetien.

Direkt an der Hauptstraße stand früher das Haus von Giorgi M.:
Im ersten Quartal von 2018 sollen im georgischen Straßenverkehr laut dem georgischen Amt für Statistik, GeoStat, 107 Personen ums Leben gekommen sein. Diese Zahlen wirken zunächst unauffällig, waren es im gesamten vergangenen Jahr doch 517 Menschen, die im Verkehr ums Leben kamen. Auffällig ist aber, dass über die Jahre kein genauer Trend der Besserung ersichtlich ist.
Es sind Aussagen, wie man sie sich von der Politik öfter wünschen würde: Unmissverständlich spricht sich der Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Umweltschutz und natürliche Ressourcen, Kakha Kuchava, für eine nachhaltige und „grüne“ Wirtschaft in Georgien aus. Er folgt damit dem Antrieb des georgischen Premierministers Mamuka Bakhtadze, der vor wenigen Tagen die „Initiative Grüne Wirtschaft“ präsentiert hatte.
Holz ist nach wie vor eine der wichtigsten Ressourcen im täglichen Leben für viele Menschen in Georgien - vor allem in den ländlichen Gebieten. Traditionell galt der Wald als Gemeingut. Den Georgiern war es erlaubt, ihr Brennholz kostenfrei aus den umliegenden Wäldern zu holen. Doch der unkontrollierte Holzeinschlag eskalierte zunehmend zu einem von kriminellen Bänden organisierten Holzraub, der nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch immensen Schaden verursachte. Die Waldbrände im vergangenen Jahr standen in direktem Zusammenhang damit.