Gesellschaft / Geschichte
CC0 Creative Commons License
Tbilisi: Aktion gegen Smog
Man muss diese Stadt für Vieles lieben. Nur leider nicht mehr für ihre Luft. Nahezu täglich gibt es einen anderen Grund dafür, dass der Verkehr entlang der drei, vier Hauptverkehrsadern, die durch Tbilisi führen, komplett zusammenbricht. Stoßstange an Stoßstange qualmen dann Autos, deren Schadstoffaustausch auf zehn Kilometern nach heutigen Standards vermutlich für hundert und mehr reichen könnte.

Nicht, dass es keine öffentlichen Verkehrsmittel gäbe: Tbilisi hat eine U-Bahn und ein Bus-Netz, das engmaschiger und billiger kaum sein könnte. Aus unerfindlichen Gründen aber, gilt es als Arme-Leute-Transportmittel, und lieber steht man eine Stunde im Stau, als dass man das Auto stehen ließe.

Dem wachsenden Unmut über die im wahrsten Sinne des Wortes atemraubenden Folgen dieser Lebensgewohnheit haben nun einige Aktionisten Ausdruck gegeben: Als Tbilisi am Morgen des 29. November erwachte, trugen sämtliche Statuen in der Stadt, die in Bronze gegossenen oder aus Stein gemeißelten Dichter, Denker, Komponisten, Politiker und Helden diverser Revolutionen - Atemschutzmasken.

Feinsinniger kann man auf ein schwerwiegendes Problem kaum hinweisen. Ob der neu gewählte Bürgermeister eine Lösung dafür findet?
Print E-mail
FaceBook Twitter Google
Ähnliche Nachrichten
In Tbilisi hat das Gerichtsurteil im Verfahren um eine Auseinandersetzung zwischen Schülern, bei der zwei Minderjährige mit Messern erstochen worden waren, zu Demonstrationen geführt. Der Generalstaatsanwalt trat im Zuge der Proteste zurück.
Mit kleinen spontanen Protestaktionen vor verschiedenen Regierungsgebäuden haben Aktivisten für mehr Toleranz gegenüber der Gemeinschaft der LGBT (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender) in Georgien geworben. Parallel organisierte die georgisch-orthodoxe Kirche einen Umzug, in dessen Mittelpunkt der Wert der „traditionellen“ Familie stand.
Die georgische Menschenrechtsorganisation The Equality Movement hat eine Kundgebung abgesagt, die für den internationalen Tag gegen Homophobie am morgigen 17. Mai geplant war. Als Grund haben die Veranstalter Drohungen von homophoben Gruppierungen angegeben.