Energie
Baumaßnahmen an einem weiteren Windpark in der Region Kartli (Quelle: Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung)
Grüne Energie: Neues Windkraftwerk in Planung
In türkisch-georgischer Kooperation soll in Zentralgeorgien ein neuer Windpark entstehen, der Strom für mehrere zehntausend Haushalte liefern könnte. Der 50MW-Park in Shida Kartli wird von einem türkischen Energieunternehmen errichtet.

Der georgische Wirtschaftsminister Dimitri Kumsishvili hob die Bedeutung der Anlage in den Bemühungen von Georgien, immer stärker auf erneuerbare Energien zu setzen, hervor.

Die Nutzung der Windkraft ist relativ neu in Georgien: 2016 wurde das erste Projekt in Zusammenarbeit mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung eingeläutet. Das neue Projekt in Shida Kartli fügt sich in eine Reihe weiterer Windkraftwerke ein, die seitdem geplant und gebaut werden. Die Kosten werden von Kumsishvili auf 75 Millionen US-Dollar beziffert. Über die Laufzeit des Projekts wurden keine Angaben gemacht.

Abhängigkeit von Energieimporten gesenkt

In der heimischen Produktion ist bereits seit Langem die Wasserkraft der wichtigste Energielieferant (gefolgt von Biogas und Kohle). Dem steht aber nach wie vor die Abhängigkeit von Gasimporten gegenüber. Der Ausbau der umweltfreundlichen Energiegewinnung geht daher für Georgien einher mit größerer Unabhängigkeit von Importen.

Der allergrößte Teil des benötigten Gases gelangt seit Kurzem aus Aserbaidschan nach Georgien. Bis vor Kurzem erhielt Georgien einen prozentualen Teil des Gases, das über Pipelines durch das Land hindurch von Russland nach Armenien geliefert wurde. Mittlerweile erhält Georgien den Gegenwert der abgezweigten Gasmenge in Dollar.

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