Natur/Umwelt
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Grüne Wirtschaft
Ausschussvorsitzender für Umweltschutz fordert Umdenken von der Wirtschaft
Es sind Aussagen, wie man sie sich von der Politik öfter wünschen würde: Unmissverständlich spricht sich der Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Umweltschutz und natürliche Ressourcen, Kakha Kuchava, für eine nachhaltige und „grüne“ Wirtschaft in Georgien aus. Er folgt damit dem Antrieb des georgischen Premierministers Mamuka Bakhtadze, der vor wenigen Tagen die „Initiative Grüne Wirtschaft“ präsentiert hatte.

Für Kuchava bedeute eine grünere Wirtschaft vor allem ein Umdenken bei vielen Akteuren aus der Wirtschaft: „Leider glauben noch immer viele, dass eine grüne Wirtschaft und die Implementierung von Unternehmertum mit Prinzipien der grünen Wirtschaft mit weniger Profit zusammenhängen, was eine absolute Falschdarstellung ist. Wenn ein Unternehmen an einer langfristigen Perspektive arbeitet und nicht an einem einmaligen und kurzfristigen Gewinn, dann sind die Grundsätze einer grünen Wirtschaft sehr attraktiv. Deshalb ist das Ziel unseres Ausschusses ein maximales Bewusstsein dafür zu generieren.“

Kuchava: Jedes Unternehmen muss „grün“ werden

Für Kuchava steht außer Frage, warum Unternehmen „grüner“ werden sollten: „Jedes Unternehmen, insbesondere wenn es ein großes und ambitioniertes Unternehmen ist, muss nicht nur an seine Zukunft, sondern auch an die seines Umfelds denken. Für jedes Unternehmen wird es notwendig sein, schrittweise auf die Grundsätze einer grünen Wirtschaft umzustellen, da die globalen Trends […] letztendlich katastrophale Konsequenzen für zukünftige Generationen bergen.“

Der Ausschuss für Umweltschutz und natürlich Ressourcen will georgischen Unternehmen helfen, den Mehrwert von nachhaltigem Unternehmertum zu erkennen und auf umweltverträglichere Betriebsweisen umzustellen. Dies soll zunächst durch parteiübergreifende Arbeitsgruppen im Ausschuss geschehen, die gemeinsam mit Unternehmern und Unternehmen Workshops veranstalten, um aufzuklären und auf Risiken aktueller Trends und Vorteile einer grünen Wirtschaft hinzuweisen.

Aufklärung bei Interesse, Strafen bei Verstößen


Ein erster Schritt sei damit gemacht. Doch reiche dies bei weitem nicht aus. Denn auch Strafen für Unternehmen, die absichtlich oder versehentlich die Umwelt belasten, müssten verschärft werden. Bislang sei dies nicht konsequent umgesetzt worden. Man arbeite daher auch daran, die legislativen Rahmenbedingungen zu straffen, um so das Geschäft für umweltunfreundliche Unternehmen unattraktiver zu machen.

Erneuerbare Energie für die Wirtschaft

Neben natürlichen Ressourcen und nachhaltigen Unternehmensstrategien, beschäftige sich der Ausschuss auch mit der Energieversorgung. „Erneuerbare Energien werden zu einer top Priorität für Georgien“, so Kuchava. Nicht nur könnten somit alternative Energiequellen ausgeschöpft werden – es würde auch die Luftqualität erheblich verbessern.

Laut Kuchava würde sich Georgien gegenüber erneuerbaren Energiequellen immer weiter öffnen. Waren es vor ein paar Jahren fast ausschließlich Wasserkraftwerke, die erneuerbare Energie im Energiemix ausmachten, gibt es mittlerweile sechs große Windparks im Westen von Georgien. Und weitere sollen folgen.

Auch Solarenergie, in die bislang nur mäßig investiert wurde, soll zunehmend eine Rolle in der georgischen Energiegewinnung spielen. Kuchava fordert, dass die georgische Regierung die Umsetzung von Großprojekten in der Solarenergie unterstützt: „Georgien hat das Potenzial dazu. Früher war Solarenergie noch ein teurer Luxus, doch heute ist die Technologie billiger und erschwinglicher.“



Die Aussagen von Kuchava erfolgten im Zuge eines Interviews mit der Nachrichtenplattform The Financial. Das vollständige Interview finden Sie hier (externer Link).
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