Tourismus
© Agency of Protected areas Georgia
Spaziergang auf dem Weg des Zaren
Der Nationalpark Borjomi-Kharagauli ist ein einzigartiges Juwel der Natur und der georgischen Geschichte, mit Wanderwegen aus mittelalterlicher Zeit. Es ist ein Ort, der Ökotourismus und Naturschutz begünstigt und gleichzeitig einer der größten Nationalparks in Georgien, mit einer Fläche von 85.083ha (mehr als 1% des Landesgebietes).

Die Planungen am Park begannen 1994 mit der Unterstützung der deutschen Regierung und des World Wildlife Fund (WWF). 2001 wurde Borjomi-Kharagauli dann eröffnet und 2007 in das PAN-Netzwerk aufgenommen, das strenge Auflagen an den Naturschutz stellt. Der Park verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur und ist ein idealer Ort zum (Schnee-)Wandern, Campen, Radfahren, Reiten. Im Nationalpark können Touristen und Einheimische über eintausend Pflanzenarten und viele vom Aussterben bedrohte Tiere, wie den Luchs oder das kaukasische Rotwild, entdecken. Die Region war schon seit dem Mittelalter als gutes Jagdgebiet bekannt. Später, im 19. Jahrhundert, diente die Umgebung vielen russischen und georgischen Aristokraten als Sommerresidenz.

Mineralwasser aus Borjomi

Auch das Borjomi-Mineralwasser trug schließlich dazu bei, die Region bekannt zu machen. Heute kann man es weltweit erwerben und es ist besonders wegen seinem hohen Mineralanteil beliebt. Es gilt auch als Heilmittel bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, bei Stoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Schwächen. Darüber hinaus soll es auch vor Kater schützen. Diese Wasser-Eigenschaften haben das Borjomi-Mineralwasser bekannt gemacht - und auch selten und teuer.

Besucher im Nationalpark können aus elf großen Wanderungen wählen, darunter der „Nikolay Romanov Wanderweg“, der angeblich sehr gerne vom letzten russischen Zaren Nikolay Romanov abgelaufen wurde und von einem Dorf hinauf ins Gebirge führt. Dabei durchstreift man die typischen georgischen Bergwälder und sieht zu den hohen Gipfeln der Berge hinauf.

Borjomi


Die Parkanlage selbst bietet Einrichtungen, an denen Fahrrädergemietet und Campingzelte ausgeliehen werden können. Es gibt aber auch Herbergen, sowie Hotels und die nahe gelegenen Städte, besonders Borjomibieten darüber hinaus ein Spa und viele Cafés und Bars, die vor allem in der Hochsaison (von Juni bis September) geöffnet sind. Mit etwas Glück können Besucher sogar in einer Staatsresidenz übernachten – solange sich der georgische Präsident nicht gerade selbst im Urlaub dort befindet. Es gibt zwei Eingänge zum Park, einen in Borjomi und einen in Kharagauli und der Nationalpark liegt etwa zwei bis drei Autostunden von Tbilisi entfernt.

Eine Reise zum Nationalpark Borjomi-Kharagauli ist eine einmalige Gelegenheit, den ersten Park seiner Art im Kaukasus zu sehen, einen der größten Nationalparks in Europa, der mit seinen Nadelwäldern und historischen architektonischen Denkmälern einen Eindruck der georgischen Landschaft vermittelt und die Geschichte Georgiens erzählt.

Bildergalerie

Sattes Grün und schroffe Felsen. ©SakuraGeorgia
Ein Wolkenmeer, vom Gipfel aus betrachtet ©Nationalpark
Blick vom Berghang ins Tal. ©Nationalpark
In der Umgebung gibt es zahlreiche Seen. ©Nationalpark
Die Gondel in Borjomi. ©Mangotravel.ge
Der Blick in die Ebenen. ©via Skyscrapercity.com
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