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Nach den Protesten tausender junger Menschen in der georgischen Hauptstadt Tbilisi, als Reaktion auf eine mit mutmaßlich unangemessener Härte durchgeführten Drogen-Razzia in zwei der "angesagtesten" Musik-Clubs, hat politisch die Aufarbeitung begonnen, während gesellschaftlich die Diskussionen auf breiter Front entflammt sind.
Die Mitgliedschaft oder Unterstützung einer kriminellen Organisation soll in Georgien künftig härter bestraft werden. Das georgische Parlament hat einer entsprechenden Gesetzesänderung zugestimmt.
Ein Angriff auf eine Gruppe schwarzer Studenten hat den Bürgermeister von Tbilisi veranlasst, Stellung zu beziehen: "Dies ist nicht das wahre Gesicht dieser Stadt", sagte Kakha Kaladze.
Mehrere Dutzend Georgier sind aus Nordrhein-Westfalen abgeschoben und mit dem Flugzeug zurück in die georgische Heimat gebracht worden. Maßnahmen wie diese waren in den letzten Monaten zwischen georgischen und deutschen Behörden besprochen worden.
Mehrere Dutzend Ultrakonservative und Nationalisten versammelten sich vor dem Sitz des Fernsehsenders Rustavi 2 in Tbilisi. Sie verlangten eine Entschuldigung des Senders, nachdem sich der Journalist Giorgi Gabunia nach Ansicht der Protestierenden abfällig über die georgisch-orthodoxe Kirche geäußert habe.
Auch Eierwürfe wütender Gegendemonstranten konnte sie nicht aufhalten: Eine Demonstration von Mitgliedern der LGBT-Gemeinde (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) hat in Tbilisi einfachere Verfahren für die Änderung der Geschlechtsangabe in georgischen Ausweisen gefordert.
Der tödliche Vorfall in Tskhinvali / Süd-Ossetien sorgt international für Empörung. Mehrere EU-Mitgliedsstaaten und internationale Organisationen forderten eine umgehende Übergabe des Leichnams und die Möglichkeit für eine unabhängige Untersuchung der Todesursache. Süd-Ossetien verweigert indessen beides hartnäckig.
Mit klaren Worten an ihre eigenen Landsleute hat die georgische Regierung auf das Ersuchen der nordrhein-westfälischen Landesregierung reagiert, die Visafreiheit für Georgier, die nach Deutschland reisen wollen, auf den Prüfstand zu stellen.
Eine separate Abteilung zum Schutz der Menschenrechte im georgischen Innenministerium soll ab sofort helfen, Gewalt gegen Frauen, häusliche Gewalt und Diskriminierung von Minderheiten gezielter zu bekämpfen und, im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit, generell stärker ins Bewusstsein der georgischen Gesellschaft zu rücken.
Die Attentäter vom 11. September 2001 hatten in Hamburg studiert. Jene, die 2015 im Pariser Musik-Club ‚Bataclan‘ Dutzende Konzertbesucher töteten, hatten in einem Vorort von Brüssel gelebt. Und der Islamist, der mit einem LKW im Dezember 2017 in einen Berliner Weihnachtsmarkt raste, war zuerst seiner fälligen Abschiebung durch deutsche Behörden entkommen, um sich dann monatelang unbehelligt in der deutschen Hauptstadt aufzuhalten, bevor er das Blutbad anrichtete.