Politik
Georgien, Türkei, Aserbaidschan: Engere Zusammenarbeit auch im militärischen Bereich
Die Verteidigungsminister von Georgien, der Türkei und von Aserbaidschan haben eine Absichtserklärung über die Ausweitung der militärischen Zusammenarbeit unterzeichnet.

„Jedes Projekt in der Region, egal ob beispielsweise ein Handels- oder Energieprojekt, hängt praktisch immer davon ab, wie unsere drei Länder kooperieren,“ sagte der georgische Verteidigungsminister Levan Izoria. Die Absichtserklärung schaffe die Basis dafür, dass die notwendig gewordene Erweiterung der sicherheitspolitischen und militärischen Zusammenarbeit gelingen könne.

Georgiens Rolle in der NATO

Am Rande des sechsten Treffens der Verteidigungsminister der drei Länder besprach Levan Izoria mit seinem türkischen Amtskollegen Nurettin Canikli auch die Einbindung Georgiens in das Verteidigungsbündnis NATO. Georgien hofft seit Langem darauf, Mitglied in der NATO zu werden. Auch wenn das Land sich als enger Partner des Bündnisses nach Ansicht vieler Experten für eine Mitgliedschaft qualifiziert hat, sehen mehrere Mitgliedsländer das Konfliktpotential mit Russland im Falle einer georgischen Mitgliedschaft als Hindernis für eine Aufnahme als Vollmitglied. Auf dem nächsten NATO-Gipfel im Juli 2018 soll das Thema erneut aufgegriffen werden.

Handelspartner in einer wichtigen Weltregion

Georgien, Aserbaidschan und die Türkei bilden geografisch und wirtschaftlich einen Korridor zwischen Asien und Europa. Die drei größten Volkswirtschaften der Region haben in den letzten Jahren ihre Zusammenarbeit ausgeweitet. Als Verbindungsland zwischen der Türkei und Aserbaidschan profitiert Georgien von hohen Direktinvestitionen aus beiden Ländern. Die Türkei und Aserbaidschan zählen zudem zu den wichtigsten Handelspartnern des Landes, sowohl hinsichtlich der Exporte als auch der Importe. Gemeinsame Infrastrukturprojekte, wie die Baku-Tbilisi-Kars Eisenbahn sollen das Handelsvolumen weiter vergrößern und die Rolle als Korridor zwischen Ost und West – auch im Rahmen der chinesischen „Belt and Road Initiative“ - untermauern.
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