Innenpolitik
Erneut Tote bei Bergwerkunglück in Tkibuli
Zum wiederholten Mal sind Minenarbeiter in einer Steinkohlemine im Ort Tkibuli im Westen von Georgien ums Leben gekommen. Demnach sollen bei einer Explosion vier Menschen tödlich verunglückt sein. Es soll auch mehrere Verletzte geben.

Es ist das zweite schwere Minenunglück in diesem Jahr. Erst am 5. April hatte sich ein Unglück in derselben Mine bei Tkibuli ereignet, das sechs Arbeiter in den Tod riss.

Laut Angaben des Innenministeriums von Georgien soll die Explosion durch ausgetretenes Methan verursacht worden sein. Die Explosion habe dann die Tunneldecke zum Einsturz gebracht.

Ermittlungen zu dem Vorfall wurden unter Verdacht des Verstoßes gegen die Arbeitssicherheitsvorschriften im Bergbau eingeleitet. Der Mehrheitsführer im Parlament, Archil Talakvadze, forderte die umgehende Schließung der Mine. Eine Forderung, die der georgische Premierminister Mamuka Bakhtadze, unterstützte und umsetzte. Die Mine, in der das Unglück stattfand, wurde bis auf weiteres geschlossen. Alle Minenarbeiten wurden eingestellt – für den heutigen Tag zumindest auch in den 24 weiteren Minen bei Tkibuli. Die Verantwortlichen für das Unglück werde man zur Rechenschaft ziehen, so Bakhtadze.

Die Georgische Vereinigung für Handelsgewerkschaften spricht von insgesamt 29 Toten an georgischen Arbeitsplätzen im laufenden Kalenderjahr. Allein aus dem Minen- und Bergbau sollen elf Tote stammen. Experten vermuten, der Vorfall dürfe die im April teils stark emotionalisierte öffentlich geführte Debatte um die Sicherheit am Arbeitsplatz in Georgien erneut anstoßen. Der georgische Präsident Giorgi Margvelashvili nannte die Sicherheitslage an Arbeitsplätzen in Georgien „inakzeptabel“.

Bakhtadze rief für den 16. Juli einen nationalen Tag der Trauer aus. Die Staatsflaggen wurden auf Halbmast gesetzt.
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