Innenpolitik
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Anti-Terroreinsatz in Tbilisi
Polizei und Sondereinsatzkommandos belagerten im Bezirk Isani in der georgischen Hauptstadt Tbilisi über 20 Stunden lang eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, in der sich eine unbekannte Zahl mutmaßlicher Terroristen aufhielt. Drei Verdächtige wurden erschossen, eine Person verhaftet. Ein Polizist erlag seinen Verletzungen, vier weitere wurden verwundet.


Dieser Artikel begleitete die Ereignisse um die Verschanzung vier mutmaßlicher Terroristen, die in Isani in der georgischen Hauptstadt Tbilisi das Feuer auf Spezialeinheiten der georgischen Polizei eröffnet hatten und anschließend über 20 Stunden von Polizei und Sicherheitskräften belagert und letztlich gestürmt wurden. In diesem Artikel finden Sie die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge. Die vorläufigen Ergebnisse finden Sie am Ende des Artikels. Hintergründe und weitere Ergebnisse zu den heutigen Ereignissen wird GEORGIEN Aktuell in einem gesonderten Bericht bereitstellen, sobald offizielle Auswertungen des Einsatzes vorliegen.



Eine Person wurde nach Angaben des staatlichen Sicherheitsdienstes bislang festgenommen, weitere Verdächtige sollen sich in der Wohnung verschanzt haben. Ein Polizist wurde verletzt, als aus der Wohnung heraus mit halbautomatischen Waffen auf die Einsatzkräfte geschossen wurde und Handgranaten geworfen wurden. Mittlerweile besteht die traurige Gewissheit: Der Polizist ist an den Folgen seiner Schussverletzung im Krankenhaus verstorben. Es soll weitere Verletzte auf Seiten der Sicherheitskräfte geben.

Salven aus MGs und Explosionen

Das Wohnhaus wurde evakuiert und ein zwischenzeitlich ausgebrochenes Feuer gelöscht. Augenzeugen berichteten davon, dass in den Morgenstunden die Zahl der Explosionen und Schüsse zugenommen hätte. Videoaufnahmen vom Einsatzort zeugten von heftigem Beschuss aus der Wohnung heraus, die in einem dicht besiedelten Gebiet liegt.

Die Videoaufnahmen vom Einsatzort finden Sie hier (externer Link) und hier (externer Link).

Der Staatliche Sicherheitsdienst bestätigte Vermutungen, bei den Verdächtigen handele es sich um Mitglieder oder Anhänger der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ nicht. Es seien internationale Ermittlungen im Gange, um die Identität der Personen in der Wohnung zu verifizieren. Die vorliegenden Informationen würden aber darauf hindeuten, dass es sich um ausländische Personen handele, die in Verbindung mit einer terroristischen Vereinigung stehen würden. Bestätigt wurde lediglich kurz nach Mitternacht, dass die Anti-Terror-Einheit des Sicherheitsdienstes eine Operation ausführe, um die Personen festzunehmen.

Laut Informationen sollen die Sondereinsatzkräfte die Stürmung des Gebäudes vorbereiten. Das Einsatzkommando hat mehrere Dutzend schwerbewaffneter Polizisten dafür versammelt. Ein Video davon finden Sie hier (externer Link).

Wohnung mit Metalltür gesichert

Verschiedene Medien berichten davon, dass die Wohnung unter anderem mit einer schweren Metalltür bewehrt sei, die Stürmung deshalb noch nicht erfolgen konnte. Die Verdächtigen seien mit schweren Waffen ausgerüstet.

Videos und Bilder vom Einsatzort zeigten am frühen Nachmittag ein weiteres Feuer, das in der besetzten Wohnung ausgebrochen sein muss. Dichte Rauchschwaden verwehrten den freien Blick auf die Wohnung und den darum liegenden Hof.

Drei Terroristen wohl tot

Das Feuer ist erloschen und es kursieren Meldungen in den Medien, wonach drei der Schützen in der Wohnung tot sei.

Es werden massive Mengen an explosivem Material in der Wohnung vermutet. Wohl auch deswegen gibt es noch immer keine offizielle Meldung darüber, ob die Stürmung des Apartments erfolgt ist.

Einsatz beendet

Der Anti-Terror-Einsatz scheint beendet. Polizei und Spezialeinheiten verlassen den Ort des Geschehens. Eine Personen sei festgenommen worden, so Berichte. Eine offizielle Stellungnahme der zuständigen Behörden wird in Kürze erwartet.

Vorläufiges Ergebnis

Wie der Staatliche Sicherheitsdient in einer offiziellen Stellungnahme verkündet, ist der Anti-Terror-Einsatz in Isani beendet worden. Ein Mitglied der Einsatzkräfte erlag seinen Verletzungen, vier weitere verwundet. Über deren Zustand ist nichts bekannt.

Insgesamt drei mutmaßliche Terroristen wurden den offiziellen Angaben nach getötet, eine Person festgenommen. Ein ausgebrochenes Feuer in der Wohnung hatte die Verdächtigen scheinbar gezwungen, die Wohnung zu verlassen. Dabei wurden sie von den Sicherheitskräften erschossen. Das Feuer konnte anschließend von der Feuerwehr gelöscht werden.

Weiter unklar sind die Herkunft und Zugehörigkeit der mutmaßlichen Terroristen. Zahlreiche Meldungen stellten eine Verbindung zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ her.

GEORGIEN Aktuell wird weiter berichten, sobald weitere, offizielle Informationen bekannt werden.
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