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Verschleppte Georgierin: Internationales Rotes Kreuz erhält Besuchserlaubnis
Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes durfte nach Tagen der Verhandlungen die nach Tskhinvali verschleppte Georgierin Maia Otinashvili besuchen. Gerüchte, Otinashvili sei im Zuge ihrer Verschleppung oder im Gewahrsam körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen, hat die Organisation bislang weder bestätigt noch dementiert.

Von georgischem Territorium verschleppt

Maia Otinashvili war am 29. September von süd-ossetischen Grenzsoldaten verschleppt worden. Laut Aussage von Augenzeugen soll sich die 36-jährige Mutter von drei Kindern unzweifelhaft auf georgischem Boden befunden haben.

Zwischenfälle dieser Art haben in jüngerer Zeit stark zugenommen und scheinen, abgesehen von der politischen Provokation, auch eine Art Einnahmequelle für die De-Facto-Regierungen oder deren Vertreter geworden zu sein. In den meisten Fällen werden die Verschleppten nach einigen Tagen und entsprechenden Verhandlungen gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder freigelassen.

Nie zuvor jedoch wurde eine junge Mutter verschleppt und so lange festgehalten wir Maia Otinashvili, die zu zehn Tagen „Untersuchungshaft“ verurteilt worden sein soll. In der georgischen Politik und Bevölkerung ist die Empörung über die Verschleppung und die Sorge um die Verschleppte auch vor dem Hintergrund des Falles von Archil Tatunashvili groß.

Premierminister erklärt Angelegenheit zur Chefsache

Der georgische Premierminister Mamuka Bakhtadze hat den Vorfall aufs Schärfste verurteilt. Neben der zuständigen Staatsministerin für Versöhnung und bürgerliche Gleichstellung, Ketevan Tsikhelashvili, hat er auch den georgischen Außenminister David Zalkaliani damit beauftragt, alle diplomatischen Maßnahmen zu ergreifen, um eine Freilassung von Maia Otinashvili zu erreichen.
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