Besetzte Gebiete
© Parlament von Georgien
Reaktionen auf "Gesprächsangebot" aus Abchasien
Einhellig skeptisch fielen erwartungsgemäß die Reaktionen georgischer Politiker auf das angebliche "Gesprächsangebot" des langjährigen abchasischen De-facto-Außenministers (1997-2011) und kurzzeitigen abchasischen De-facto-Premierminister (2010-2011), Sergei Shamba, aus.

Der Präsidentschaftskandidat der Partei „Europäisches Georgien“, Davit Bakradze, sagte: „Das Ende der Besetzung hat zwei entscheidende Komponenten. Erstens, den Rückzug der russischen Streitkräfte […] und zweitens, den direkten Dialog mit den Menschen, die noch heute hinter der Verwaltungslinie leben. Insofern ist Shambas Vorstoß sehr wichtig und wir sollten eine solche Initiative nutzen, um den Abchasen und Süd-Osseten zu zeigen, dass wir keine Feinde sind, sondern dass wir gemeinsame Interessen verfolgen.“

Die Generalsekretärin der Partei „Vereinte Nationale Bewegung“, der Partei des ehemaligen Staatspräsidenten Mikheil "Mischa" Saakashvili, zeigte sich generell offen für den Vorschlag Shambas, blieb aber skeptisch: „Jede Form der Verhandlung, die wir mit den besetzten Gebieten führen, muss ein multilaterales Format sein, in dem unsere internationalen Partner ebenfalls anwesend sind.“

Was will Shamba?

Kurz nach Veröffentlichung der Aussagen von Shamba hatte sich die georgische Staatsministerin für Versöhnung und Bürgerliche Gleichstellung, Ketevan Tsikhelashvili, geäußert. Sie zeigte sich verhalten. Denn was Shamba wie eine neue Initiative kommuniziert hatte, blieb in Wahrheit an Bedingungen geknüpft, die seit Jahren einen solchen Dialog blockieren, unter anderem: die Bedingung einer Anerkennung Abchasiens als unabhängige Republik.

Unklar bleibt vorerst, was hinter Shambas vermeintlichem "Vorstoß" steckt.
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