Besetzte Gebiete
Gerichtsmedizin: Archil Tatunashvili starb an äußerlicher Gewalteinwirkung
Der Abschlussbericht der gerichtsmedizinischen Untersuchungen des Leichnams von Archil Tatunashvili bestätigt seinen Tod infolge massiver, äußerer Gewalt: Dies meldet der Georgian Public Broadcaster (GPB), der angibt, im Besitz von Kopien des angeblich 60-seitigen, forensischen Berichts zu sein.

Archil Tatunashvili war am 23. Februar 2018 im Gewahrsam von De-facto-Behörden der von Russland besetzten georgischen Region Tskhinvali / Süd-Ossetien verstorben. Es dauerte mehr als vier Wochen, bis Tskhinvali der mehrfachen (auch internationalen) Aufforderung nachkam, den Leichnam den georgischen Behörden zu übergeben. Nach der Übergabe stand fest: Dem Leichnam wurden die Organe entnommen. Organe, die bis heute nicht übergeben wurden, sondern in einem Labor in Russland verwahrt sein sollen. Kriminologen vermuten, dass dadurch weitere Details zu den Todesumständen verheimlicht werden sollen.

Die süd-ossetischen Behörden hatten zunächst behauptet, Tatunashvili sei, nachdem er versucht habe, an die Waffe eines Polizeibeamten zu kommen, im anschließenden Gerangel eine Treppe hinabgestürzt. Später hieß es, Tatunashvili sei an Herzversagen gestorben. Einen Herzinfarkt indes, schließt die gerichtsmedizinische Untersuchung definitiv aus.

Vielmehr komme der Bericht zu dem Fazit, dass Tatunashvili „massive körperliche Verletzungen aufwies, die zu seinem Tod geführt haben“. Unter anderem sollen mehr als 60 teils schwere Prellungen identifiziert worden sein, die durch wiederholte Schläge mit einem flachen und stumpfen Gegenstand entstanden sein sollen.

Damit wäre offiziell bestätigt, was längst vermutet worden war. Der Tod von Archil Tatunashvili war weder ein Unfall noch eine Verkettung unglücklicher Umstände – es war Tötung durch körperliche Misshandlung oder gar Mord durch Folter.
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