Besetzte Gebiete
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Abchasien beschränkt Bewegungsfreiheit der Bevölkerung weiter
Ab dem kommenden Jahr will die De-facto-Regierung der von Russland besetzten georgischen Region Abchasien die bisher gültigen Pässe abschaffen und neue Reisedokumente einführen. Diese sollen jedoch so gut wie unmöglich zu beschaffen sein – insbesondere für Bewohner mit georgischen Wurzeln.
Um ein solches Dokument zu erhalten, muss man mehrere bürokratische Hürden überwinden. So sollen Bewohner der Region zum Beispiel nachweisen, dass sie in den Jahren 1992 – 1993 in Abchasien gelebt haben. Dies sei für die in Abchasien lebenden Georgischstämmigen physisch nicht möglich.

Auch der Preis für die Dokumente – gegenwärtig rund 175 Euro – ist eine Hürde. Kaum ein Bewohner der wirtschaftlich instabilen Region kann sich dies leisten. Und selbst dann ist eine Aushändigung der Dokumente nicht gewährleistet.

Die vielseits kritisierte Einschränkung der Bewegungsfreiheit und der Verstoß gegen Menschenrecht durch die De-facto-Behörde in Sokhumi schreiten voran. Jene Bewohner mit georgischen Wurzeln sehen sich zunehmender Diskriminierung ausgesetzt.

Denn das Ziel der neuen und schwer erhältlichen Dokumente ist letztendlich, das Überqueren der Verwaltungslinie in den freien Teil von Georgien unmöglich zu machen. Anwohner sind somit an ihren derzeitigen Wohnort gebunden und faktisch nicht mehr frei, sich zu bewegen.

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