Besetzte Gebiete
© Ministerium für Äußere Angelegenheiten von Georgien
Russland bestätigt: Organe von Archil Tatunashvili in Vladikavkaz, Russland
Nach Monaten der Ungewissheit: Der stellvertretende russische Außenminister Grigory Karasin bestätigt im Zuge der jüngsten Internationalen Genfer Gespräche, dass die fehlenden Organe des in süd-ossetischem Gewahrsam verstorbenen Archil Tatunashvili in Vladikavkaz, der Hauptstadt von Nord-Ossetien, Russland, seien.

Bislang war unklar gewesen, wo die Organe verblieben waren. Nachdem der georgische Staatsbürger Archil Tatunashvili Ende April verstorben und sein Leichnam erst nach knapp einem Monat an georgische Behörden und seine Familie übergeben worden war, konnte nur festgestellt werden, dass er noch vor seinem Tod schwerer Folter ausgesetzt gewesen war und dass seine Organe entfernt worden waren.

Georgien fordert erneut Freigabe von Organen durch Russland

Somit konnte seitens georgischer Behörden bislang eine Todesursache nicht abschließend ausgemacht werden. Das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten von Georgien fordert nun erneut und mit Nachdruck die Freigabe der Organe zur Untersuchung durch georgische Ermittler. Man erhoffe sich neue Aufschlüsse über Archil Tatunashvilis Schicksal und letztlich seinen bislang noch immer ungeklärten Tod.

Russland gibt sich unschuldig


Ob und wann Russland die Organe freigibt ist weiterhin unklar, da eine offizielle Reaktion Moskaus auf die Forderungen von Georgien noch aussteht. Karasin zeigt sich indessen keiner Mitschuld bewusst.

„Sie müssen verstehen, dass Russland dieses Problem nicht lösen kann, da es sich um ein Problem zwischen den Regierungen von Georgien und Süd-Ossetien handelt“, so Karasin gegenüber der rechtlich-öffentlichen Rundfunkanstalt Georgian Public Broadcaster. Russland würde die Auflagen des 2008 unterzeichneten Waffenstillstands mit Georgien „vollständig erfüllen“ – eine Einschätzung, der nicht nur Georgien, sondern die internationale Staatengemeinschaft, sowie EU, NATO und OSZE wiedersprechen.
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