Besetzte Gebiete
© Büro des Präsidenten von Georgien
Posthum: Ehrenorden für Archil Tatunashvili
Der georgische Präsident Giorgi Margvelashvili hat dem in süd-ossetischem Polizeigewahrsam mutmaßlich zu Tode gefolterten Archil Tatunashvili posthum den georgischen Ehrenorden für „außerordentliche bürgerliche Verantwortung und Mut“ verliehen. Margvelashvili überreichte die Auszeichnung den Eltern von Archil Tatunashvili.

Zugleich versicherte Margvelashvili den Eltern, dass die Regierung Georgiens alles tun werde, die genauen Umstände des Todes ihres Sohnes aufzuklären, um den „ungeheuren Schmerz“ wenigstens teilweise zu lindern.

Um den Fall tatsächlich aufzuklären, hat Georgien von Tskhinvali / Süd-Ossetien die Organe von Archil Tatunashvili verlangt, die ihm offensichtlich entnommen wurden. Sie könnten mehr Aufschluss über die Umstände seines Todes geben. Bislang konnten georgische Ermittler nur feststellen, dass Archil Tatunashvili schwerer Folter ausgesetzt gewesen sein muss. Tskhinvali / Süd-Ossetien verweigert die Übergabe der Organe bis dato.

Margvelashvili: „Fall muss vor Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte“

Margvelashvili fordert derweil, dass Georgien den Fall Tatunashvili vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) bringt. Der Anwalt der Eltern bestätigte, dass dies bereits in die Wege geleitet worden sei. Man habe Russland aufgefordert, den Fall dem EGMR vorzutragen, da Russland das Gebiet von Georgien besetze, de-facto die Kontrolle habe und somit das einzige Land sei, dass für die Geschehnisse verantwortlich gemacht werden könne. Sollte Russland der Aufforderung nicht nachkommen, werde man rechtliche Schritte gegen Russland vor dem EGMR einleiten, so der Anwalt. Gegen Georgien wolle man nur rechtlich vor dem EGMR vorgehen, wenn sich die laufenden Untersuchungen als erfolglos herausstellen sollten.
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