Besetzte Gebiete
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Tskhinvali verweigert Übergabe von Tatunashvilis Organen weiterhin
Das De-facto-Regime von Tskhinvali / Süd-Ossetien verweigert weiterhin die Kooperation bei der Aufklärung des Falls Archil Tatunashvili. Der Versuch, ein turnusgemäß anstehendes Treffen der Konfliktparteien (Georgien, Abchasien, Tskhinvali/Süd-Ossetien), unter Vorsitz von Vertretern der EU und der OSZE zu nutzen, um von Tskhinvali eine Zusage zu bekommen, dass die bei der Übergabe des Leichnams von Archil Tatunashvili zurück behaltenen Organe an die georgischen Behörden für eine Untersuchung übergeben würden, scheiterte, trotz zehnstündiger Verhandlungen.

Eine Aufklärung der genauen Umstände von Archil Tatunashvilis Tod wird damit immer unwahrscheinlicher. Die zuständigen georgischen Gerichtsmediziner hatten kürzlich bekannt gegeben, dass sich die Untersuchung als extrem schwierig gestalte, da dem Leichnam von Archil Tatunashvili vor der Übergabe die meisten inneren Organe entnommen worden seien. Da dennoch Folterspuren an seinem Körper festgestellt werden konnten, gehen die Gerichtsmediziner davon aus, dass die Organe entnommen wurden um die entsprechende Beweisführung zu erschweren.

Der Vertreter des De-facto-Regimes der von Russland besetzten georgischen Region Tskhinvali / Süd-Ossetien gab nach dem Treffen „medizinische Gründe“ als Grund dafür an, dass drei Monate nach dem Tod von Archil Tatunashvili die Organe immer noch nicht übergeben worden seien.

Neben dem Fall Archil Tatunashvili standen beim insgesamt 86. Treffen der Konfliktparteien auch die fortgesetzte Befestigung der Verwaltungslinie durch Tskhinvali und Russland, sowie weitere Verletzungen von Menschenrechten auf der Agenda.

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