Besetzte Gebiete
© European Monitoring Mission in Georgia (EUMM)
EU-Beobachtermission:
Süd-Ossetische 'Feuerschutzgräben' verletzen Verwaltungslinie
Es ist das dritte Jahr in Folge, dass De-facto-Behörden aus Süd-Ossetien / Tskhinvali Feuerschutzgräben an der Verwaltungslinie zu Georgien ausheben lassen. Wie die EU-Beobachtermission in Georgien (EUMM) bestätigte, reichen sie dieses Jahr bis auf die freien Gebiete von Georgien.

Das Ausheben der Gräben wird auf georgischer Seite und international ohnehin schon als Provokation betrachtet. Mit dem jetzigen Vorgehen scheint das De-facto-Regime in Tskhinvali jedoch abermals die Grenzen ihres Handlungsspielraums zu testen. Damit bewahrheiten sich Vermutungen von Anwohnern nahe der Verwaltungslinie, die das Vorgehen auf süd-ossetischer Seite gemeldet hatten.

Die EUMM hat ihre Patrouillen auf georgischer Seite verstärkt. Man werde die Lage genau beobachten und jedwede Aktivität aufnehmen, die die Stabilität und Bewegungsfreiheit in den Regionen nahe der Linie beeinträchtigen könnte.

In einer offiziellen Stellungnahme erklärte die EUMM auch, dass man die jüngsten Entwicklungen am bevorstehenden Treffen des sogenannten „Incident Prevention and Response Mechanism“ am 15. Mai auf die Tagesordnung setzen werde.

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