Besetzte Gebiete
Landwirt nach Süd-Ossetien verschleppt
Erneut ist an der Verwaltungslinie zwischen Georgien und Tskhinvali / Süd-Ossetien eine Person nach Tskhinvali verschleppt worden. Der Fall soll nach Angaben aus Tskhinvali von der De-facto-Justiz der von Russland besetzten georgischen Region verhandelt werden.

Der Landwirt mit georgischem Pass und Wohnsitz auf der georgischen Seite der Verwaltungslinie hatte Medienangaben zufolge seine Viehherde gehütet als er von süd-ossetischen Soldaten wegen „illegalem Grenzübertritt“ verschleppt wurde. Üblicherweise kommen die so verschleppten Personen gegen Zahlung eines Lösegelds nach kurzer Zeit frei. Die Ankündigung, dass sich die De-facto-Justiz von Tskhinvali mit dem „Fall“ befassen werde, ist eher ungewöhnlich.

Die zuständigen georgischen Behörden haben die Beobachtermission der Europäischen Union an der Verwaltungslinie informiert und über eine für solche Vorfälle eingerichtete Notfall-Hotline mit den De-facto-Behörden in Tskhinvali Kontakt aufgenommen.

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