Besetzte Gebiete
Archil Tatunashvili: Seinem Leichnam fehlten Organe
Die De-facto-Behörden von Tskhinvali / Süd-Ossetien haben dem Leichnam von Archil Tatunashvili fast alle inneren Organe entnommen, bevor die sterblichen Überreste an Georgien übergeben wurden.

Dies bestätigte die Anwältin der Familie von Archil Tatunashvili nach einem Gespräch mit der georgischen Staatsanwaltschaft. Zuvor hatten bereits georgische Medien mit Hinweis auf eine anonyme Quelle in der zuständigen Gerichtsmedizin darüber berichtet. Diesem Umstand sei es geschuldet, dass die forensischen Ermittlungen zu dem Fall seit Wochen andauern. Ohne bestimmte innere Organe sei eine Todesursache nur sehr schwer oder gar nicht festzustellen.

Die Anwältin hat die georgische Staatsanwaltschaft und die zuständigen Vertreter der Politik aufgefordert, alles zu tun, um die De-facto-Behörden von Tskhinvali zur Herausgabe der fehlenden Organe sowie der medizinischen Gutachten zu dem Fall zu veranlassen. Beobachter erwarten indes nicht, dass Tskhinvali sein unkooperatives Verhalten in dem Fall ändern wird.

Erste Untersuchungen am Leichnam von Archil Tatunashvili hatten unzweifelhafte Zeichen von massiver Folterung ergeben. Details dazu sind bislang nicht offiziell bestätigt. Familienangehörige sprachen nun davon, dass ihm unter anderem ein Zeigefinger abgeschnitten worden sein soll. Zu einem früheren Zeitpunkt bereits hatte die Mutter berichtet, ihrem Sohn seien die Hände mit Nägeln durchbohrt und mehrere Fingerkuppen regelrecht zerschlagen oder zerquetscht worden. Die De-facto-Behörden indes bestehen darauf, dass Tatunashvili an Herzversagen gestorben sei, nachdem er bei einem Gerangel mit einem Polizisten, dem er die Pistole habe entwenden wollen, eine Treppe hinabgestürzt sei.

Ein Zeitpunkt für die Veröffentlichung des offiziellen Abschlussberichts der Gerichtmedizin wurde noch nicht genannt. Die georgische Organisation Rehabilitation Center for Victims of Torture – Empathy kündigte zeitnah einen unabhängigen Bericht an.

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