Besetzte Gebiete
© Staatsministerium für Versöhnung und bürgerliche Gleichstellung
Staatliche Trauerfeier für Archil Tatunashvili
Mit militärischen Ehren und in Anwesenheit des Präsidenten, des Premierministers sowie zahlreicher Mitglieder des georgischen Kabinetts und des Parlaments fand heute die Trauerfeier für Archil Tatunashvili statt. Im Anschluss daran wurde Tatunashvili auf dem Militärfriedhof von Muchatgverdi bestattet.

Die georgische Staatsministerin für Versöhnung und gesellschaftliche Gleichstellung, Ketevan Tsikhelashvili, sagte in ihrer Ansprache: "Heute ist ein Tag der Trauer, und das georgische Volk teilt diese Trauer mit der Familie von Archil Tatunashvili. Aber schon morgen werden wir alles tun, um die Umstände weiter aufzuklären unter denen Archil Tatunashvili sein Leben gegeben hat. So wie der Mensch Archil Tatunashvili nie vergessen sein wird, so werden wir nicht aufgeben, bis das Verbrechen an ihm aufgeklärt sein wird."


Die georgische Staatsministerin Ketevan Tsikhelashvili auf der Trauerfeier von Archil Tatunashvili. (© Staatsministerium für Versöhnung und bürgerliche Gleichstellung)

Archil Tatunashvili war am 22. Februar 2018 ohne ersichtlichen Grund von Polizisten des süd-ossetischen Besatzungsregimes zusammen mit zwei Kollegen verhaftet und anschließend unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen. Angeblich wegen der Untersuchung der Todesumstände durch "unabhängige russische Experten" war die Herausgabe seines Leichnams von den Behörden des Besatzungsregimes 26 Tage lang verweigert worden.


Archil Tatunashvili wurde mit militärischen Ehren bestattet. (© Staatsministerium für Versöhnung und bürgerliche Gleichstellung)

Eine forensische Begutachtung des Leichnams nach seiner Überführung nach Georgien hat unzweifelhaft ergeben, dass Archil Tatunashvili vor seinem Tod schwerster Gewalt ausgesetzt gewesen sein muss. Die Gutachter sprachen von "eindeutigen Zeichen von Folter".

Die internationale Gemeinschaft hat mit Empörung auf den Vorfall reagiert. Die georgische Regierung hat angekündigt, den Fall vor den Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte zu bringen.


Wehende Nationalflaggen von Georgien. (© Staatsministerium für Versöhnung und bürgerliche Gleichstellung)
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