Besetzte Gebiete
© Verteidigungsministerium von Georgien
Patriarch kündigt Überführung von Tatunashvilis Leichnam an
Die Oberhäupter der beiden orthodoxen Kirchen Russlands, Patriarch Kirill und Georgiens, Patriarch Ilia II, scheinen die entscheidende Vermittlerrolle bei den Verhandlungen um die Herausgabe und Überführung des in süd-ossetischem Polizeigewahrsam zu Tode gekommenen Georgiers Archil Tatunasvhili einzunehmen. Wie der georgisch-orthodoxe Patriarch mitteilen ließ, habe ihm sein russischer Amtskollege versichert, dass eine Überführung des Leichnams „unmittelbar“ bevorstehe.

Wörtlich habe Patriarch Kirill ihm geschrieben: „[…] Ich möchte Sie darüber in Kenntnis setzen, dass wir alle nötigen Schritte unternommen haben. Die örtlichen Behörden haben uns davon überzeugt, dass sie bereit sind, den Leichnam zeitnah an die Familie zurückzuführen, sobald sie die Ergebnisse der forensischen Untersuchungen erhalten haben.“ Die Überführung als solche soll vom Internationalen Roten Kreuz durchgeführt werden.

Co-Vorsitzende der Genfer Gespräche in Tbilisi und Süd-Ossetien

In einem Treffen mit Vertretern des georgischen Außenministeriums bekräftigten die Co-Vorsitzenden der Internationalen Genfer Gespräche – Vertreter der Vereinten Nationen, der EU und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) – ihre Kritik an den De-Facto-Behörden und den russischen Besatzern im Zusammenhang mit dem Fall Tatunashvili. Es sei nicht hinnehmbar, dass georgische Staatsangehörige ohne ersichtlichen Grund verhaftet würden, zu Tode kämen oder gar, wie im Mai 2016 der Georgier Giga Otkhozorias, ermordet würden. Die besagten Vertreter von UN, EU und OSZE forderten auch noch einmal die unverzügliche Freilassung der beiden weiteren georgischen Staatsbürger, die nach wie vor von den De-Facto-Behörden in Süd-Ossetien / Tskhinvali festgehalten werden und kündigten an, sie würden für direkte Gespräche zeitnah auch nach Süd-Ossetien / Tskhinvali reisen.

Süd-Ossetien versucht zu verharmlosen

Unterdessen hat der De-Facto-Präsident von Süd-Ossetien / Tskhinvali, Anatoly Bibilov, versucht den Vorfall zu verharmlosen. Der Tod Tatunashvilis werde „zu Unrecht politisiert“. Die Autopsie werde belegen, dass es keinen Grund gebe Süd-Ossetien für den Tod Tatunashvilis verantwortlich zu machen.



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