Besetzte Gebiete
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Fall Tatunashvili: "Überführung des Leichnams bis Ende der Woche"
Im Fall um den in einem süd-ossetischen Gefängnis zu Tode gekommenen georgischen Staatsbürger Archil Tatunashvili scheint es, nach fast zwei Wochen langen Verhandlungen, Bewegung zu geben. Im Rahmen einer Sitzung des georgischen Kabinetts kündigte Premierminister Giorgi Kvirikashvili eine Überführung des Leichnams bis zum Ende der Woche an.

Ausserdem erwarte man auch die baldige Freilassung und Rückkehr der beiden anderen, zusammen mit Tatunashvili verhafteten und seitdem in Süd-Ossetien / Tskhinvali festgehalten Georgiern.

US-Botschafter und Amnesty International: "Leichnam unverzüglich überführen!"

Unterdessen mehrt sich die Zahl internationaler Organisationen die massive Kritik an Süd-Ossetien und Russland zum Ausdruck bringen und eine unverzügliche Überführung von Tatunashvilis Leichnam fordern. Der US-amerikanische Botschafter in Georgien, Ian Kelly, sagte: „Wir haben die Prozesse sorgfältig beobachtet und sind auch an ihnen beteiligt. Ich rufe erneut Moskau und Tskhinvali dazu auf, die zwei Inhaftierten freizulassen und den Leichnam von Archil Tatunashvili zurück zu führen.“

Auch Amnesty International hat sich in der Angelegenheit zu Wort gemeldet. In einer Stellungnahme fordert Menschenrechtsorganisation Russland und die De-Facto-Behörden des besetzten Gebietes dazu auf, eine rasche, gründliche und unvoreingenommene Untersuchung des Leichnams vornehmen zu lassen und den Leichnam dann unverzüglich an georgische Behörden zu übergeben.

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