Besetzte Gebiete
Verschleppter Georgier kommt in süd-ossetischem Gefängnis zu Tode
Nachrichtenagenturen melden den Tod eines georgischen Staatsbürgers, der zuvor nach Tskhinvali / Süd-Ossetien verschleppt worden war.

Gemäß der Version der zuständigen De-facto-Behörden in Süd-Ossetien sei der Mann unter dem Vorwurf des „Völkermordes an den Süd-Osseten“ „verhaftet“ worden. In der Haftanstalt habe er versucht, einem Polizisten die Waffe zu entwenden. Daran sei er unter Einsatz von „physischer Gewalt und besonderer Maßnahmen“ gehindert worden. Im Gerangel habe er das Gleichgewicht verloren und sei eine Treppe hinuntergestürzt. Trotz angeblich sofortiger medizinischer Hilfe sei er den Verletzungen, die er sich bei dem Sturz zugezogen hatte, erlegen.

Beobachter gehen davon aus, dass diese Version mindestens angezweifelt werden kann. Als gesichert gilt, dass zwei weitere georgische Staatsangehörige ebenfalls verschleppt wurden und nach wie vor festgehalten wurden.

Beobachter gehen davon aus, dass diese Version mindestens angezweifelt werden kann. Als gesichert gilt, dass zwei weitere georgische Staatsangehörige ebenfalls verschleppt wurden und nach wie vor festgehalten wurden.

Die georgische Regierung fordert umgehende und vollständige Aufklärung des tödlichen Vorfalls sowie die unverzügliche Freilassung der beiden weiteren, verschleppten georgischen Bürger. Die für solche Vorfälle vorgesehenen Kommunikationskanäle nach Tskhinvali / Süd-Ossetien seien aktiviert.

Die georgische Staatsministerin für Versöhnung und bürgerliche Gleichstellung, Ketevan Tsikhelashvili, zeigte sich bestürzt und empört: „Es ist tragisch, dass ein weiteres Menschenleben dem Regime der Besatzer in Tskhinvali zum Opfer gefallen ist. Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen des Verstorbenen.“

Die Verantwortung für den Tod des georgischen Staatsbürgers, so Tsikhelashvili, liege bei Russland und bei der De-facto Regierung von Süd-Ossetien. „Wir haben die internationale Gemeinschaft über den Vorfall bereits informiert.“

In einer Pressemitteilung erklärte zudem der Staatliche Sicherheitsdient von Georgien, dass es für eine Aufklärung wesentlich sei, georgischen Spezialisten Zugang zum Ort des Geschehens zu gewähren. Aus Tskhinvali / Süd-Ossetien gibt es bislang keine Reaktion auf das Gesuch.

Dieser Artikel wurde am 23.02.2018 um 15:00 um weitere Informationen ergänzt.
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