Besetzte Gebiete
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Süd-Ossetien: Zugang zu georgischem Gesundheitssystem erschwert
Im Vergleich zum Vorjahr nahmen 2017 deutlich weniger Menschen aus Tskhinvali / Süd-Ossetien die für sie kostenlose medizinische Versorgung des georgischen Gesundheitssystems in Anspruch. Die georgische Regierung wirft der De-facto-Regierung in dem von Russland besetzten Gebiet ein künstliches Errichten von Hindernissen vor.

Noch 2016 besuchten 915 Patienten aus Süd-Ossetien georgische Krankenhäuser, 2017 schrumpfte die Zahl dagegen drastisch auf 417 Patienten, die meist über die georgisch-russische Grenze am Checkpoint Larsi einreisten. Die Mehrzahl von ihnen wurden bei der beschwerlichen Reise vom Roten Kreuz unterstützt, wenige andere erreichten eigenständig ein Krankenhaus. Über die bessere Qualität der georgischen Gesundheitsversorgung herrscht auch in den süd-ossetischen Gebieten kein Zweifel.

Anatoly Bibilov, De-facto-Präsident des besetzten Süd-Ossetiens, will die süd-ossetische Versorgung verbessern und lässt derzeit medizinisches Personal in Russland weiterbilden. Im Sommer letzten Jahres mahnte er die süd-ossetische Bevölkerung, von Besuchen georgischer Krankenhäuser abzusehen - süd-ossetische Patienten würden dort niederträchtig behandelt und von Geheimdiensten gezwungen die georgische Staatsbürgerschaft anzunehmen, so Bibilov.

Vertreter der georgischen Regierung sehen formelle und informelle Hindernisse der süd-ossetischen De-facto-Regierung als Grund für die geringere Anzahl an Patienten. Aufgrund der in Süd-Ossetien alternativlosen Versorgung erwarte man jedoch auch weiterhin die Ankunft einiger Patienten, so Tamaz Bestaev, Leiter der Gesundheitsdienste in der süd-ossetischen Übergangsverwaltung mit Sitz in Tbilisi. Menschen seien in Süd-Ossetien abgeschnitten von lebenswichtiger medizinischer Versorgung und würden in großer Not auch weiterhin die umständliche Reise über Russland nach Georgien unternehmen, so Bestaev weiter.
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