Besetzte Gebiete
© Ministerium für Versöhnung und Bürgerliche Gleichstellung Georgien
Georgische Schulen in Süd-Ossetien vor dem Aus
Die georgische Staatsministerin für Versöhnung und bürgerliche Gleichstellung, Ketevan Tsikhelashvili, kritisiert, dass Schulen in Süd-Ossetien künftig nicht mehr auf Georgisch unterrichten dürfen, als „extrem alarmierend“ und beschreibt den Vorgang als „ethnische Diskriminierung“.

Kürzlich wurde in der von Russland völkerrechtswidrig besetzten georgischen Region Süd-Ossetien bekannt gegeben, dass ab diesem akademischen Jahr die bisher eigenständigen Schulen für die georgische Minderheit in Süd-Ossetien künftig dem regionalen Standard unterlägen. Damit ginge einher, dass die Unterrichtssprache nicht mehr Georgisch ist, sondern Russisch und Ossetisch. Georgisch werde künftig nur noch im Nebenfach angeboten.

Tsikhelashvili sieht klare Parallelen zu vorausgegangenen Entwicklungen in Abchasien, welches ebenfalls von Russland seit 2008 besetzt gehalten wird. Dort wurde an den georgischen Schulen, die nach dem Bürgerkrieg von 1992-93 verblieben waren, schrittweise Russisch als Unterrichtssprache eingeführt.


Ethnische Diskriminierung

Für die ethnischen Georgier in Süd-Ossetien bedeutet der Vorgang nicht nur, dass sie nicht in der Sprache ihres Landes unterrichten und unterrichtet werden dürfen – Süd-Ossetien wird weltweit nur von vier Ländern nicht als Teil Georgiens anerkannt – sondern auch, dass ihnen der Zugang zur Bildung gänzlich verwehrt werden könnte, da weder Schüler, noch Lehrer an diesen Schulen des Russisch mächtig seien, erklärte Tsikhelashvili.

Es handele sich um eine „inakzeptable Situation“ und die „ethnische Diskriminierung gegen ethnische Georgier“. Ziel der De-facto-Regierung in Süd-Ossetien sei es, die verbliebenen ethnischen Georgier in der Region zum Umzug in den restlichen Teil Georgiens zu zwingen, so die Ministerin.

Das selbe Bestreben liege den Einschränkungen für diese Menschen zum Beispiel auf dem Gebiet der Reisefreiheit oder des Besitzrechts zugrunde. Tsikhelashvili forderte die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf und versprach das Thema in allen zur Verfügung stehenden Gesprächsformaten zur Sprache zu bringen.

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