Politik
Quelle: Diaspora.ge
Präsidentschaftswahl: Salome Zurabishvili kandidiert
Erwartungsgemäß hat die unabhängige Abgeordnete des georgischen Parlaments, frühere französische Diplomatin und ehemalige Außenministerin von Georgien, Salome Zurabishvili, ihre Kandidatur für die im Oktober anstehende Präsidentschaftswahl erklärt.

"Habe mich mit niemand beraten."

Bei einer extra einberufenen Pressekonferenz erklärte die in Georgien, auch wegen ihrer Herkunft (Zurabishvili entstammt einer unter Stalin exilierten, georgischen Politikerfamilie) und ihrer außergewöhnlichen Karriere sehr angesehene, von Kreisen um den ehemaligen Präsidenten Saakaschwili indes auch stark angefeindete Politikerin: "Ich habe intensiv darüber nachgedacht und bin nun entschlossen für dieses Amt zu kandidieren. Ich habe nur mich selbst konsultiert, und mit niemandem sonst über meine Kandidatur gesprochen."

Kandidatin der Regierungspartei?

Genau dies zweifeln Beobachter und Medien in Georgien indes stark an. Vielmehr wird allgemein vermutet, dass Salome Zurabishvili vom Vorsitzenden der Regierungspartei "Georgischer Traum", Bidzina Ivanishvili, persönlich ausgewählt und zur Kandidatur ermutigt wurde. Allgemein wird erwartet, dass Zurabishvili demnächst auch offiziell von der Regierungspartei unterstützt und den Wählerinnen und Wählern als künftige Wunsch-Präsidentin empfohlen werden wird.

Der Vorstand der Regierungspartei "Georgischer Traum" war vor wenigen Wochen dem überraschenden Vorschlag ihres Vorsitzenden Bidzina Ivanishvili gefolgt und hatte verkündet mit keinem eigenen Kandidaten anzutreten, "weil eine starke Demokratie auch einen starken Gegenpol" brauche.

"Ich will, dass Georgien so wird wie ich."

In jedem Fall tritt mit Salome Zurabishvili nicht nur eine erfahrene Politikerin und überzeugte Europäerin an - Zurabishvili ist in Frankreich geboren, hat dort erste Erfahrungen in hochrangigen diplomatischen Positionen, unter anderem als Botschafterin Frankreichs in Georgien, gesammelt und besitzt neben der georgischen auch immer noch die französische Staatsangehörigkeit.

Zurabishvili ist auch für ihre starke und von sich selbst überzeugte Persönlichkeit bekannt: "Ich möchte, dass Georgien so wird wie ich", sagte sie im Rahmen ihrer Pressekonferenz zur Erklärung ihrer Kandidatur. "Nämlich europäisch und georgisch."

Ist Georgien europäisch oder muss es erst europäisch werden?

Das ist zumindest insofern bereits eine höchst bemerkenswerte Aussage, als die Kandidatin das "Europäisch-Sein" der Georgier offenbar als Zukunftsvision betrachtet.

Die offizielle politische Botschaft und wohl auch die Auffassung der überwiegenden Mehrheit der georgischen Bevölkerung hingegen ist, dass Georgien stets zutiefst europäisch gewesen sei und spätestens mit der Aufnahme als assoziierten Mitglied in die EU auch wieder als europäisches Land anerkannt sei.

Der georgische Staatspräsident wird am 28. Oktober 2018 zum letzten Mal vom Volk direkt gewählt. Georgien sieht einem interessanten Wahlkampf entgegen.
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