Politik
Quelle: Diaspora.ge
Präsidentschaftswahl: Regierungspartei tut sich schwer. Salome Sourabischwili als Kandidatin?
Erneut hat die regierende Partei "Georgischer Traum" die Entscheidung vertagt, wer Ihr Kandidat oder ihre Kandidatin für das Amt des Präsidenten von Georgien sein soll.

Offenbar gibt es innerhalb der Partei erheblichen Widerstand gegen den vom Gründer und Vorsitzenden der Partei, Bidzina Ivanishvili, gemachten Vorschlag, auf einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin zu verzichten und stattdessen einem profilierten Kandidaten bzw. einer profilierten Kandidatin einer anderen Partei seine Stimme zu geben. "Ein Land mit einer so jungen Demokratie, in dem eine Partei mit Zweidrittel-Mehrheit regiert, braucht ein Gegengewicht", hatte Ivanishvili jüngst in einem Interview gesagt.

Mit dem ehemaligen Parlamentspräsident David Usupashvili hat ein solcher, Partei übergreifend geschätzter und erfahrener Politiker soeben seine - parteilose - Kandidatur erklärt. Auch internationale Beobachter sehen in ihm eine Idealbesetzung für das Amt: "Bescheiden. Erfahren. Durchsetzungsstark. Vermittelnd statt Polarisierend", charakterisierte ihn ein hochrangiger Vertreter einer internationalen Einrichtung in Georgien.

Aus verschiedenen Quellen indes war zu hören, dass sich immer mehr führende Vertreter der Regierungspartei für eine Kandidatur der ehemaligen Außenministerin Georgiens, Salome Sourabischwili einsetzten und mit ihrer Kandidatur auch zu rechnen sei.

Salome Sourabischwili, geboren 1952, entstammt einer Politikerfamilie, die während der Stalinzeit aus Georgien nach Frankreich emigriert war. Nach einem Studium an führenden, französischen und US-amerikanischen Universitäten, trat sie Mitte der siebziger Jahre in den diplomatischen Dienst des Außenministerium in Frankreich ein. Nach Jahren an verschiedenen französischen Botschaften - unter anderem in Washington - wurde sie 2001 zur Direktorin der Abteilung für strategische Abwehrplanung im französischen Verteidigungsministerium und 2003 zur Botschafterin Frankreichs in Georgien ernannt. Nach der "Rosenrevolution" 2004 ersuchte der neu ins Amt gekommene georgische Präsident Mikheil 'Mischa' Saakaschwili die französische Regierung um eine "Freigabe" von Salome Sourabischwili, um sie zur Außenministerin ernennen zu können. Sourabischwili trat jedoch bereits im Oktober 2005 von ihrem Amt zurück, weil sie sich mit ihren Vorstellungen offenbar nicht durchsetzen konnte und, wie sie selbst erklärte, zum Opfer von Intrigen geworden sei.

Derzeit ist Salome Sourabischwili Abgeordnete im georgischen Parlament. Unter Beobachtern gilt sie als "äußerst ambitioniert". Dass sie ihre Kandidatur trotz des großen, innerparteilichen Zuspruchs noch immer nicht erklärt habe, sei allenfalls damit zu erklären, "dass sie erfahren genug ist, ihre Bedingungen vorher zu klären, statt sich nach der Wahl überfahren zu lassen", sagte ein Beobachter.
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