Politik
Toleranz statt Rassismus: Fußball und Supra versöhnen Streitparteien
Ein vom Bürgermeister der Stadt initiiertes Fußballspiel hat in Tbilisi eine Gruppe georgischer Bürger und afrikanischer Studenten versöhnt, die vor Kurzem auf einem Fußballplatz in einen heftigen Streit gerieten, der in Handgreiflichkeiten mündete und, angeblich, auch zu rassistischen Beschimpfungen eskaliert sein soll.

Gemeinsam spielten die Gruppen und zahlreiche prominente Politiker in gemischten Mannschaften auf dem Fußballplatz, auf dem es zu der unschönen Auseinandersetzung gekommen war. Anschließend saß man bei Gegrilltem zusammen und lernte sich so auch abseits des Feldes besser kennen. Organisiert wurde die Aktion unter dem Twitter-Hashtag #EqualGame vom Bürgermeister der Stadt, Kakha Kaladze, und dem nationalen Fußballverband GFF.

Kaladze hatte direkt nach Bekanntwerden des Vorfalls den naheliegenden und doch unkonventionellen Vorschlag gemacht, die Streitparteien bei einem Versöhnungsspiel wieder zusammenzubringen und die Organisation des Matches in die Wege geleitet.

Der ehemalige Fußballprofi (unter anderem im Dienst des AC Mailands, mit dem er 2007 die Champions League gewann) sagte: „Was passiert ist, ist sehr bedauerlich. Aber wir haben gezeigt, dass Tbilisi eine tolerante Stadt und Georgien ein tolerantes Land ist. Alle, die heute mitgespielt haben, können stolz sein.“

Parlamentssprecher Irakli Kobakhidze, der wie Kakha Kaladze und weitere Mitglieder des nationalen Parlaments und der Stadtregierung von Tbilisi mitspielte und die Aktion unterstützte, betonte, wie wichtig es sei, allen internationalen Studenten bestmögliche Gastgeber zu sein. Er selbst habe in Deutschland erfahren dürfen, wie prägend ein Auslandsstudium sein könne.


Nach dem Fußballspiel, saß man noch für Gegrilltes zusammen. (Quelle: Facebook / News.On.ge)



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