Politik
Saakashvili nach Polen abgeschoben
Essen ist seine Leidenschaft. Jetzt wurde sie ihm zum Verhängnis. Ausgerechnet in einem georgischen Restaurant im Zentrum von Kiew wurde Mikheil Saakashvili heute erneut verhaftet - aber diesmal professioneller.

Ein Dutzend maskierter und bewaffneter Sicherheitskräfte stürmten das Lokal in Kiew und zerrten den georgischen Ex-Präsidenten, der sich, wie auf Videomitschnitten zu erkennen ist, heftig, aber vergeblich wehrte, vom Tisch weg und nach draußen.

In zwei Kleinbussen wurde er anschließend direkt zum Kiewer Flughafen Boryspil gebracht und in ein Flugzeug nach Polen gesetzt. Erst nach seiner Landung in Warschau erfuhren die Medien vom Zielort der Abschiebung.

Aufenthaltsort länger unklar

In mehreren Verfahren hatte der ehemalige georgische Präsident um ein Bleiberecht in der Ukraine gekämpft. Zuletzt verweigerte ihm ein Gericht in Kiew den Schutz vor der Abschiebung. Sein Anwalt hatte gewarnt, dass die ukrainischen Behörden nicht viel länger warten würden den früheren Präsidenten von Georgien und heutigen Anführer einer Protestbewegung in der Ukraine abzuschieben. Trotzdem zeigten sich die allermeisten Beobachter überrascht von der Schnelle der Abschiebeaktion. Auch, dass das Ziel Polen heißen würde, war diskutiert, aber nicht bestätigt worden. Von dort aus war Saakashvili im vergangenen Jahr als Staatenloser gewaltsam über die Grenze in die Ukraine gelangt.

Unter welchen rechtlichen Umständen die Abschiebung nach Polen erfolgte ist bislang nicht klar. Medienberichten zufolge sollen die polnischen Behörden der Aufnahme von Saakashvili zugestimmt haben.


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