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Fall Mukhtarli: Wachsender Protest und Druck auf Regierungen
Rund 200 Journalisten aus 16 Ländern haben in einem Brief die sofortige Freilassung des in Aserbaidschan inhaftierten Journalisten Afghan Mukhtarli gefordert. Dieser sei nach ihrer Auffassung im georgischen Exil „gekidnappt“ und nach Aserbaidschan „geschmuggelt“ worden.

Für sie stellen die Verschleppung und Inhaftierung einen "noch nie dagewesenen grenzüberschreitenden Angriff" dar. Dieser habe dem Brief zufolge nur einem Zweck gedient: "einen investigativen Journalisten ruhig zu stellen“. Die Anschuldigungen gegen Mukhtarli durch die aserbaidschanische Regierung seien derweil „absurd“. Die Journalisten rufen die internationale Staatengemeinschaft auf, in die Situation einzugreifen.

Neben Journalisten aus Frankreich, Polen, dem Vereinigten Königreich und den USA ist unter den Unterzeichnern des Briefes auch die Redaktion des deutschen Nachrichtenmediums N-Ost.

Den veröffentlichten Brief in der Original-Version finden Sie hier (externer Link).

Derweil hat auch die deutsche Botschafterin zu Georgien, Heike Peitsch, eine Stellungnahme zum Fall Mukhtarli abgegeben. Sie erwarte, dass die georgische Regierung zeitnah die Hintergründe und Umstände der Verschleppung und Inhaftierung des Journalisten untersuche: "Wir verfolgen die Entwicklungen ganz genau. [...] Georgien hat sich dem Weg der Demokratie und dem Schutz der  Menschenrechte verschrieben. Der hier vorliegende Fall entspricht nicht diesen Standards", sagte Peitsch.
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