Besetzte Gebiete
© DFWatch
Georgische Schule in Abchasien geschlossen
Die De-facto-Regierung in Abchasien schloss eine Grundschule im Bezirk Gali, der fast ausschließlich von Georgiern bewohnt wird.

Als offizielle Begründung nannten die zuständigen De-facto-Behörden der von Russland besetzten Region, den Mangel an Schülern. Lediglich 29 SchülerInnen nahmen zuletzt noch am Unterricht teil. Die betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte sollen nun auf andere Schulen umverteilt werden. Für 4.300 Lernende verbleiben damit 30 öffentliche Schulen in Gali.

Auslöser ist die „Russifizierung“

Seit Russisch in Abchasien seit letztem Jahr Unterrichtssprache ist, entschließen sich immer mehr Familien, ihre Kinder jenseits der Verwaltungslinie unterrichten zu lassen. Im ganzen Bezirk Gali sanken die Zahlen der Schüler und Schülerinnen. Die abchasischen De-facto-Behörden nehmen dies offiziell als Anlass, mehrere Schulen zu schließen. Die Bewohner von Gali sprechen aber davon, dass es den Behörden tatsächlich nicht gelingen würde, genügend russischsprachige Lehrer in den Bezirk zu schicken, beziehungsweise angestellte Lehrer fortzubilden. Der Unterricht kann daher nicht auf Russisch gehalten werden, wie es von der De-facto-Regierung gewünscht wird, um die „Russifizierung“ voranzutreiben.

Scheitere die „Russifizierung“, so einer der Lehrer in Gali, dann werde die De-facto-Regierung vermutlich versuchen, nach und nach alle (ehemals) georgischen Schulen zu schließen. In Gali wird Georgisch als Sprache nur noch an zehn der verbliebenen 30 Schulen angeboten.

„Ethnische Säuberung“

Die Schließungen der Schulen und vor allem das Verbot, Unterricht auf Georgisch abzuhalten, beziehungsweise das Gebot, Russisch zur Unterrichtssprache zu erheben, wird kritisiert. Die georgische Regierung sieht in dem Vorgang einen weiteren Beleg dafür dass die abchasische Behörden eine schleichende, aber konsequente "ethnische Säuberung" betreiben. Ziel sei es, die Spuren und den kulturellen und politischen Einfluss der ethnischen Georgier in Abchasien zu minimieren und schließlich auszulöschen. In Gali, wo 98% der Bevölkerung zu den ethnischen Georgiern gezählt wird, führt das zu großen Spannungen.
Print E-mail
FaceBook Twitter Google
Ähnliche Nachrichten
Der Ausschuss für Menschenrechte und zivile Integration des Georgischen Parlaments diskutierte jüngst mit Vertretern von nationalen und internationalen Organisationen sowie Regierungsvertretern über die großen Herausforderungen hinsichtlich der Rechte von Kindern in den von Russland besetzten Gebieten.

Zehn Tage nachdem die Georgierin Maia Otinashvili von De-facto-Truppen der von Russland besetzten Region Tskhinvali / Süd-Ossetien verschleppt worden war, ist sie nun wieder freigekommen.
Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes durfte nach Tagen der Verhandlungen die nach Tskhinvali verschleppte Georgierin Maia Otinashvili besuchen. Gerüchte, Otinashvili sei im Zuge ihrer Verschleppung oder im Gewahrsam körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen, hat die Organisation bislang weder bestätigt noch dementiert.
Eigentlich wollte er in seiner Pressekonferenz über die De-facto-„Staatsbürgerschaft“ von Bewohnern der von Russland besetzten georgischen Region Abchasien sprechen. Stattdessen trat der De-facto-Präsident von Abchasien, Vitaly Gabnia, überraschend von seinem Amt zurück.
Das De-facto-Regime der von Russland besetzten georgischen Region Abchasien hat ein neues Gesetz verabschiedet, das jedwede „Handlung gegen die Souveränität von Abchasien“ mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft.