Kultur
© Georgian National Museum
Ausstellung in Tbilisi: Zwei Jahrhunderte deutsche Siedler in Georgien
Rund zweihundert Jahre ist es her, seitdem die ersten deutschen Siedler in Georgien ankamen. Die georgische Nationalgalerie in Tbilisi feiert das Jubiläum mit der Sonderausstellung „Deutsche in Georgien – Kunst, Architektur, Wissenschaft“, die vom 12. – 30. April ihre Türen für Besucher geöffnet hat.

Die Ausstellung, die als Beitrag zum Deutsch-Georgischen Jahr auch in Berlin gezeigt werden soll, präsentiere nicht nur wichtige Originaldokumente, sondern reflektiere gleichsam das Vermächtnis der sogenannten Kaukasusdeutschen, sagte der Vertreter des Georgischen Nationalmuseums bei der Eröffnung der Ausstellung.


Deutsche Beiträge zur Entwicklung von Georgien

Unter den Exponaten befinden sich Gemälde, architektonische Entwürfe und Fotografien, die deutsche Migranten Anfang des 19. Jahrhunderts im Kaukasus erstellt hatten. Zusätzlich werden Werke von Deutschen ausgestellt, deren Arbeit maßgeblich durch ihre Aufenthalte in Georgien geprägt waren. Dazu zählen auch der Ethnograf Gustav Radde und die Künstler Oskar Schmerling und Teodor Horschelt.

„Georgien hatte deutsche Gelehrte, Architekten, Schriftsteller, Künstler und Geschäftsmänner angezogen, die durch die ihre Beiträge die weitere Entwicklung des Landes geprägt haben“, schreibt das Nationalmuseum in seiner Einladung.


Einladung der Tbilisi Nationalgalerie
Einladung der Tbilisi Nationalgalerie (© Georgian National Museum)


200 Jahre deutsche Siedler im Südkaukasus

Die Geschichte der deutschen Siedler im Südkaukasus führt zurück ins Jahr 1815, als Zar Alexander I von Russland bei seinem Besuch in Stuttgart die Verfolgung von Lutheranern durch den Rest der Bevölkerung wahrnahm. Er entschied der unterdrückten Minderheit zu helfen und eine Umsiedlung in den Kaukasus zu arrangieren – unter anderem in die georgische Hauptstadt Tbilisi und die Region Kvemo Kartli.

Die ersten Siedlungen entstanden für Schwaben in der Nähe von Tbilisi im September 1918, gefolgt von weiteren Siedlungen in Tbilisi Katharinenfeld (dem heutigen Bolnisi) und in der nordwestlichen Region Abchasien.

Das Vermächtnis aus dem täglichen Leben und dem allgemeinen kulturellen Beitrag durch künstlerisches Schaffen und wissenschaftliche Arbeit ist noch heute zu finden. So wurde beispielsweise die georgische Nationalgalerie selbst von deutschen Architekten entworfen.

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