Kultur
Quelle / Copyright Titelbild: © Alaznistavi Cooperative
Georgischer Käse: Sieger in italienischem Wettbewerb
Typisch georgische Lebensmittel erobern immer mehr den europäischen Markt. Auf dem Internationalen Käse Festival in Italien gewann ein junger georgischer Bauer aus Tusheti (Tuschetien) nun den ersten Platz für seinen landestypischen Käse.

Der 22-jährige Kakha Abulidze stellte den Feinschmeckern des Festivals einen tushetischen Guda Käse vor. Der Guda Käse gewinnt seinen Namen von dem Sack aus Schaf- oder Rindshaut, in dem er gereift wird – dem Guda. Die Haut der Tiere wird kurz geschoren und von innen nach außen gestülpt, mit Käseteig befüllt und zugeknotet. Diese Art der Herstellung folgt in Georgien einer langjährigen Tradition und doch liegt das Geheimnis des besonderen Geschmacks von georgischem Käse nicht allein in der Herstellung. Auch die Natur und das Klima der tushetischen Berge sorgen maßgeblich dafür, dass der Guda Käse die Note entwickelt, welche die Gourmets des Feinschmecker Festivals in Italien so begeisterte.
Die anderen Gewinner des Festivals kamen aus den USA, Italien und den Kapverdischen Inseln. Alle zwei Jahre findet das Internationale Käse Festival statt und ist renomiert für seine außerordentlichen Spezialitäten.
Kakha Abulidze auf dem Internationalen Käse Festival in Italien © Georgian Journal

Kakha Abulidze ist Teil der Agrikultur-Kooperative Alaznistavi, zu der sich zahlreiche tushetische Bergbauern im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftsprogramme für Agrikultur und ländliche Entwicklung (ENPARD) zusammengeschlossen haben. Gefördert wird die Kooperative auch durch EU-Gelder.

Die Produktionsstätte der Kooperative liegt 2100m über dem Meeresspiegel, während die Sommerweiden der Kühe sogar zwischen 2000 bis 3210m über dem Meeresspiegel liegen. Neben Jahrhunderte alten Traditionen folgen die Käsemeister genauen Lebensmittelstandards, nicht zuletzt um so auch ihre Produkte ins Ausland exportieren zu können.

Erst mit der Assoziierung Georgiens an die EU im Jahr 2015 öffnete sich dieser Markt für die reichhaltige landwirtschaftliche Produktpalette des Landes. Für viele Produkte, wie zum Beispiel Käse, Honig oder die berühmte Tschurtschchela (Nussstränge, die von eingedicktem Traubensaft ummantelt sind) braucht es indes komplizierte Zertifizierungsverfahren und den Nachweis „europäischer“ Standards. Deshalb sind diese landestypischen Delikatessen bis dato noch weitgehend von einem Verkauf in der EU ausgeschlossen. Wer sie genießen will, muss nach Georgien reisen. Ein Aufwand, den man indes nicht bereuen wird.
© Alaznistavi Cooperative
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