Kultur
© Georgian National Book Center
Georgien: Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse 2018
In einer feierlichen Zeremonie übernahm Georgien am Wochenende von Frankreich den Status als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse und bereitet sich nun auf die Messe 2018 vor.

Die Direktorin des Nationalen Literaturzentrums von Georgien, Medea Metreveli, erhielt von den französischen Vertretern als symbolisches Geschenk zum Zeichen der Übergabe ein Manuskript mit einem Absatz aus dem mittelalterlichen georgischen Epos „Der Recke im Tigerfell“ vom Autor und Nationalhelden Shota Rustaveli.

Hauptaufgabe: Übersetzen

Die georgische Delegation versprach den Gästen bis 2018 zahlreiche georgische Werke in das Deutsche und andere westeuropäische Sprachen übersetzen lassen zu wollen und die reiche Literatur des Landes einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Der georgische Autor Lasha Bugadze beschrieb den Vorgang als eine „geografische Erweiterung der Literatur“. Er und weitere georgische Autoren und Verleger nutzten die Messe in Frankfurt um Kontakte mit der deutschen und internationalen Autoren- und Verlegergemeinschaft zu knüpfen.

Mehr als nur Literatur

Georgien war bereits auf der diesjährigen und am Wochenende abgeschlossenen Buchmesse vertreten. Anlass war das deutsch-georgische Jahr der Freundschaft, das die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern vor 25 Jahren und 200 Jahre deutsche Siedlungsgeschichte in Georgien feiert. Als Ehrengast aus der Messe 2018 vertreten zu sein, stellt für Georgien eine besondere Ehre dar, die man dazu nutzen möchte, neben der georgischen Literatur auch das Land und seine Kultur bekannter zu machen. Einen kleinen Einblick hinter das geschriebene Wort erhielten die Gäste der Buchmesse am Sonntag, als die weltweit bekannte georgische Sängerin Katie Melua und der Frauenchor aus Gori die Übergabezeremonie mit einer Darbietung begleiteten.

Die georgische Delegation auf der Frankfurter Buchmesse (© Georgian National Book Center)
Die georgische Delegation auf der Frankfurter Buchmesse (© Georgian National Book Center)

Protest georgischer Verleger und Schriftsteller

Georgische Schriftsteller und Verleger protestierten mit Plakaten am Rande der Frankfurter Buchmesse gegen die fortgesetzte Besetzung von Teilen von Georgien durch Russland. „Wir sind Autoren und Verleger aus Georgien – Wir haben eine Stimme und wir haben eine Botschaft“ stand auf einem der Plakate. Ziel der Veranstalter georgischen Vereinigung der Schriftsteller und Verleger war es, die Welt an die Situation in Georgien zu erinnern. Das Wort sei mächtiger als das Schwert, so das Motto der Literaten. Sie zeigen, dass die Literatur in Georgien mehr im Sinn hat, als nur zu unterhalten. Die georgischen Autoren wollen hinterfragen, aufarbeiten und neu entdecken – unterhaltsam ist das für die deutschen Leser in jedem Fall.


Mit Plakaten demonstrierten die Autoren gegen die Besetzung von Teilen ihres Landes (© Georgian Publishers and Booksellers Association)
Mit Plakaten demonstrierten die Autoren gegen die Besetzung von Teilen ihres Landes (© Georgian Publishers and Booksellers Association)


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