Film
CC0 Creative Commons License
Berlinale 2018: Ein „Shooting-Star“ und der beste Experimentalfilmer sind Georgier
Irakli Kvirikadze ist ein junger Schauspieler aus Georgien, ein Nachwuchstalent. Auf der Berlinale wird er für seine Darstellung in dem Film Hostages mit dem Europäischen „Shooting Star“-Preis ausgezeichnet.

Zehn junge Schauspieler aus verschiedenen europäischen Ländern werden jedes Jahr mit dem Preis geehrt. Die Auszeichnung gilt besonders beeindruckenden Nachwuchsschauspielern – shooting stars. Irakli Kvirikadze ist der erste Georgier, der auf der Berlinale für die Auszeichnung nominiert wurde. Umso mehr Freude weckte die auf die Nominierung folgende Verleihung des Preises. Kvirikadze studierte an der Shota Rustaveli Theatre and Film State University in Tbilisi, zog dann nach New York um weitere Schauspielstunden zu nehmen und traf dort auf den Regisseur Rezo Gigineishvili, der ihm die Hauptrolle in seinem Film Hostages anbot. Im letzten Jahr feierte Hostages seine Premiere auf der Berlinale. Der Film handelt von der wahren Geschichte einer Gruppe junger Georgier, die 1983 versuchten ein sowjetisches Flugzeug zu beschlagnahmen, um dem erdrückenden politischen System in eine freiheitliche westliche Welt zu entfliehen.

Auf die Preisverleihung des „Shooting Stars“ folgte direkt eine zweite Auszeichnung für einen georgischen Künstler: der Regisseur Alexandre Koberidze gewann mit seinem Film Lass den Sommer nie wieder kommen den Preis der deutschen Filmkritik für den Besten Experimentalfilm. Koberidze studierte ebenfalls an der Shota Rustaveli Theatre and Film Georgia State University, zog dann jedoch nach Deutschland und schloss sein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin ab. Lass den Sommer nie wieder kommen dreht sich um einen jungen Mann, der in der Großstadt Tänzer werden will, dort auf einen Polizisten trifft und von diesem vor der Prostitution bewahrt wird.

Des Weiteren werden auf der Berlinale die Filme Horizon von Tinatin Kajrishvili, Scary Mother von Ana Urushadze sowie My Happy Family von Nana Ekvtimishvili und Simon Groß gezeigt. Insbesondere My Happy Family hat international bereits vielfältig Anerkennung bekommen und ist auf der Berlinale für den Deutschen Filmpreis der Filmakademie nominiert. Neben den aktuellen Filmen wird mit The Cranes Are Flying von Mikheil Kalatozishvili auch ein besonderer georgischer Klassiker gezeigt, sowie ein gänzlich neuer Film von Zaza Khalvashi: NAMME.

Print E-mail
FaceBook Twitter Google
Ähnliche Nachrichten
Der Dokumentarfilm „The Trader“ (dt.: „Der Händler“, im Original „Sovdagari“) der georgischen Regisseurin Tamta Gabrichidze wurde auf dem Sundance Film Festival in den USA mit dem Jurypreis in der Kategorie „Short Film Non-fiction“ ausgezeichnet.
Mit seinem Film „Khibula“ (2017) nimmt sich der Regisseur Giorgi Ovashvili einer Person und eines Kapitels in der jüngeren georgischen Geschichte an, die noch immer für emotionsgeladene Diskussionen in Georgien sorgen: Der Film entwirft ein Portrait von Zviad Gamzakhurdia als ersten, demokratisch gewählten Präsidenten Georgiens nach Erlangung der Unabhängigkeit 1990/1991.