Georgische Kultur in Deutschland
„Scary Mother“: Georgischer Film lädt zur Diskussion ein
Das Debütwerk „Scary Mother“ der georgischen Regisseurin Ana Urushadze wird die „Woche der Kritik“ in Berlin eröffnen und den teilnehmenden Filmkritikern die Gelegenheit bieten, den innovativen Film gemeinsam zu analysieren und zu diskutieren.

Die „Woche der Kritik“, entstanden durch den Wunsch von Filmjournalisten gemeinsam mit Kollegen, Filmschaffenden und Vertretern der Filmbranche „unbequeme Fragen“ zu erörtern, findet seit einigen Jahren parallel zur Berlinale statt. „Scary Mother“ sei ein Film, in dem sich „inmitten einer brutalen Beton-Architektur das absurde Drama eines Lebens zwischen Emanzipation und Repression, Vertrauen in die Kunst und Wahnsinn entfaltet“ schreiben die Veranstalter.

Das absurde Drama des Lebens eingefangen

Urushadzes Werk erhielt bereits große Aufmerksamkeit auf anderen Filmfestivals, gewann beispielsweise den Preis für das beste Erstlingswerk in Locarno. Ungewöhnliche Kamerawinkel, eine bedrohliche und zugleich weitläufige Soundkulisse und die dezent gewählte Farbgebung vereinigen sich in „Scary Mother“ zu etwas Neuem und spiegeln den Willen des georgischen Kinos, ein eigenständiges Dasein zu entwickeln, wieder. Der Film „Scary Mother“ lädt zu einer Diskussion über diejenigen Elemente ein, die es in einer Produktion aus der etablierten Kinobranche so vielleicht nur schwerlich gäbe.

Weitere georgische „Kino-Talente“ auf der Berlinale


Neben Urushadzes Debütwerk erhalten auch weitere georgische Filmemacher auf der Berlinale eine Bühne. Drei junge Talente aus Georgien, Anna Sarukhanova, Nino Varsimashvili und Rati Tsiteladze nehmen am Format Berlinale Talents teil, das 250 aufstrebenden Kunstschaffenden die Chance bietet, gemeinsam an diversen Projekten zu arbeiten und sich auszutauschen.

*Titelbild: Szene aus "Scary Mother"
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