Kultur
Georgisches Kino auch in Dänemark angekommen
Filme aus Georgien erfreuen sich in letzter Zeit immer größerer internationaler Aufmerksamkeit. Junge Regisseure und neue Motive mischen das Kino aus dem Herzen des Kaukasus auf. Auf dem CPH PIX in Kopenhagen wurde erstmals ein „georgischer Tag“ organisiert.

Der bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Film „Meine glückliche Familie“ von den Regisseuren Nana Ekvtimishvili und Simon Gross geht der großen Bedeutung der Familie in der georgischen Gesellschaft auf die Spur. Auf verschiedenen internationalen Filmfestivals fand die Arbeit der beiden Regisseure und ihres Teams große Anerkennung. Auch Rezo Gigineishvilis Film „Hostages“ steht für das neue georgische Kino. Er führt seinen Zuschauern die tragischen Momente eines Versuchs junger Georgier 1983 mit Gewalt dem sowjetischen Regime zu entkommen. Auch „Hostages“ konnte auf anderen Filmfestivals Preise gewinnen, darunter einen Preis für die beste Regie in Sotschi. Der Film steht sinnbildlich für ein offenes, nach Frieden strebendes Land, entstand er doch in georgisch-russischer Kooperation, behandelt kritisch die georgisch-sowjetische Vergangenheit und reüssiert auf einem russischen Filmfestival – das alles, während Russland auch weiterhin zwei Regionen in Georgien völkerrechtswidrig besetzt hält.

Vielleicht mögen es diese besonderen äußeren Umstände sein, die in der jungen Demokratie Georgien in den letzten Jahren dafür sorgen, dass die Kulturschaffenden sich neue Kreativität angeeignet haben und ihrer künstlerischen Freiheit Ausdruck verschaffen, und das georgische Kino dadurch im Rest Europas neuen Anklang findet. Völkerverständigung geht auch über Leinwand und Projektor.

Titelbild: Szene aus My Happy Family

Print E-mail
FaceBook Twitter Google
Ähnliche Nachrichten
Irakli Kvirikadze ist ein junger Schauspieler aus Georgien, ein Nachwuchstalent. Auf der Berlinale wird er für seine Darstellung in dem Film Hostages mit dem Europäischen „Shooting Star“-Preis ausgezeichnet.
Der Dokumentarfilm „The Trader“ (dt.: „Der Händler“, im Original „Sovdagari“) der georgischen Regisseurin Tamta Gabrichidze wurde auf dem Sundance Film Festival in den USA mit dem Jurypreis in der Kategorie „Short Film Non-fiction“ ausgezeichnet.
Mit seinem Film „Khibula“ (2017) nimmt sich der Regisseur Giorgi Ovashvili einer Person und eines Kapitels in der jüngeren georgischen Geschichte an, die noch immer für emotionsgeladene Diskussionen in Georgien sorgen: Der Film entwirft ein Portrait von Zviad Gamzakhurdia als ersten, demokratisch gewählten Präsidenten Georgiens nach Erlangung der Unabhängigkeit 1990/1991.