Gesellschaft / Geschichte
© EU-Eastern Partnership Culture Programme
Prähistorische Höhlenzeichnungen als Teil europäischer Kultur
Die georgischen Höhlenmalereien aus Trialeti sind nun offiziell Teil des „Prähistorischen Steinkunstpfads“ von Europa. Dies entschied die gleichnamige, internationale Organisation „Prehistoric Rock Art Trails“, kurz PRAT-CARP, die von der Europäischen Union und dem Europarat gefördert wird.

Quer durch Europa erstreckt sich eine Serie von Stätten, die prähistorische Wand- und Höhlenmalerei sowie frühzeitliche Steinhauerkunst bergen. PRAT-CARP nennt diese Serie den „Steinkunstpfad“. Mit der Fundstelle Trialeti, nahe der Stadt Tsalka, circa 100 Kilometer westlich der Hauptstadt Tbilisi, reiht sich Georgien in eine eher exklusive Liste von Ländern ein. Insgesamt sind nur acht Länder, darunter z.B. auch Frankreich, Irland und Italien, Teil der „Route“ europäischer Höhlenmalerei, die laut PRAT-CARP die erste Form der europäischen Kunst darstellt.

Hier zu erkennen: ein einem Hirsch ähnlich wirkendes Tier mit Kalb. (© Eastern Partnership Culture Programme)
Hier zu erkennen: einem Hirsch ähnlich wirkende, geweihtragende Tiere mit Kalb. (© EU-Eastern Partnership Culture Programme)

Die Zeichnungen und Gravierungen in den insgesamt sechs Steinen, die sich auf insgesamt rund 50 Meter erstrecken, bilden Teile der Tier- und Pflanzenwelt – Schlangen, Hirsche, Vögel – ab, sowie die Sonne, Kreuze und kastenförmige Gebilde.

Die Petroglyphen von Trialeti sind Teil des georgischen Kulturerbes. Forscher ordnen die Abbildungen darin aufgrund der angedeuteten Objekte noch vor Beginn der in der historischen Geologie als „Holozän“ bekannten Ära – der „Jetztzeit“ (die letzten 11,700 Jahre) – zu.

Die georgische Agentur für Kulturerbe erhofft sich durch die Aufnahme der georgischen Fundstätte in das Register von PRAT-CARP auch einen Zuwachs an archäologisch interessierten Touristen, die Trialeti aufsuchen wollen.


Print E-mail
FaceBook Twitter Google
Ähnliche Nachrichten
Im Rahmen der Young Euro Classic 2018 überträgt der Online-Sender arte Concert am 17. August 2018 um 20:00 Uhr das Konzert „Georgian Sinfonietta“. Unter dem Motto „Divine Geometry“ präsentiert der estnische Dirigent Kristjan Järvi sein Projekt mit der Georgian Sinfonietta im Konzerthaus Berlin.
Ein Jahr nach dem Ende des „Augustkrieges“ reiste Armin Huttenlocher, im Sommer 2009, in das Gebiet nahe der sogenannten Verwaltungslinie des von Russland besetzten Süd-Ossetien.

Direkt an der Hauptstraße stand früher das Haus von Giorgi M.:
Im ersten Quartal von 2018 sollen im georgischen Straßenverkehr laut dem georgischen Amt für Statistik, GeoStat, 107 Personen ums Leben gekommen sein. Diese Zahlen wirken zunächst unauffällig, waren es im gesamten vergangenen Jahr doch 517 Menschen, die im Verkehr ums Leben kamen. Auffällig ist aber, dass über die Jahre kein genauer Trend der Besserung ersichtlich ist.
Das De-facto-Regime in Tskhinvali / Süd-Ossetien hat seine wiederholt geäußerte Forderung nach "Herausgabe" einer Ikone aus dem 11. Jahrhundert von Georgien wiederholt.
In einer Botschaft an die Gemeinschaft der Gläubigen anlässlich des 100. Jahrestages der ersten Unabhängigkeit Georgiens hat das Oberhaupt der georgisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Ilia II, auch Grundlagen für ein starkes, souveränes Georgien beschrieben.