Bildung
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Behörden entziehen der International Black Sea University die Lehrerlaubnis
Es war eine umstrittene Entscheidung: Der Rat des georgischen Nationalen Zentrums für Qualität und Entwicklung von Bildung hat der International Black Sea University (IBSU) die Genehmigung entzogen, die es der Universität erlaubt neue Studenten für das kommende akademische Jahr aufzunehmen.

Zahlungsrückstand seit 2013

Dies sei gerechtfertigt, da die Universität seit Jahren im Zahlungsrückstand gegenüber dem georgischen Staat sei. Insgesamt würden rund 235.000 Euro an Steuergeldern fehlen, die die Universität versäumt habe zu zahlen.

Die Universitätsleitung kritisiert die Entscheidung: Die ausstehende Summe habe nichts mit der Lehre zu tun. Die Lehrbefugnis aufgrund ausstehender Zahlungen einzuschränken sei nicht gerechtfertigt.

Tamar Sanikidze, Leiterin des Zentrums, widerspricht: „Der Rat hat eine rechtlich einwandfreie Entscheidung getroffen.“ Aus Kulanz habe die Universität bislang die Genehmigung weiter erhalten – obwohl sie seit 2013 im Zahlungsrückstand sei.

Wie nah steht die IBSU der Gülen-Bewegung?

Kritiker wollen einen weiteren Grund für die Einschränkung der Universität sehen: Die IBSU gehört derselben Beteiligungsgesellschaft an wie das Demirel College, das vor rund einem Jahr seine Lehrbefugnis nicht verlängert bekommen hatte. Durch die Beteiligungsgesellschaft werden beide Lehreinrichtungen der sogenannten Gülen-Bewegung angerechnet – einer in der Türkei als Terrororganisation eingestufte Gruppe um den im US-Exil sitzenden Prediger Fethullah Gülen, der vom türkischen Präsidenten Erdogan dem versuchten Umsturz der türkischen Regierung 2016 beschuldigt wird.

Der Vorwurf der Kritiker: Die georgische Regierung handle im Interesse Erdogans. Mehr als einen Verdacht für diesen Zusammenhang gibt es jedoch nicht.

Das georgische Bildungszentrum versicherte, dass die derzeitig eingeschriebenen Studenten der IBSU nicht von den Maßnahmen gegen die IBSU betroffen sein werden.
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