Gesellschaft / Geschichte
Schüler in Georgien häufig nicht korrekt behandelt?
Eine nicht repräsentative Umfrage des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) und des zuständigen nationalen Bürgerbeauftragten haben ergeben, dass georgische Schüler relativ häufig Misshandlungen durch ihre Lehrer und Mitschüler ausgesetzt seien.

Die Schülerinnen und Schüler erlebten es demnach häufiger, dass sie vor allem von ihren Lehrern teilweise schlecht behandelt würden. Viele Schüler würden von Mitarbeitern der Bildungseinrichtungen mindestens einmal angeschrien. Lehrer täten dies häufiger als beispielsweise Mitglieder der Schuladministrationen. Eine große Mehrheit der Schüler/Innen fühle sich laut dem Bericht dennoch sicher in der Schule, wobei sich etwa 10% aller Schüler/Innen „unsicher“ oder „sehr unsicher“ fühlen würden. Grund hierfür seien laut den Kindern und Jugendlichen vor allem Drangsalierungen durch Mitschüler/Innen. Die Verfasser stellten fest, dass viele Schüler/Innen offensichtliche psychische oder physische Gewalt, wie zum Beispiel an den Ohren ziehen, absichtlich ungerechte Benotung, oder Herabwürdigungen nicht immer als solche beschreiben würden.

Empfehlungen an die Gesetzgeber

Als Grund für die beschriebene Gewalt gegen Schüler/Innen sieht UNICEF einerseits eine fehlende, einheitliche Regulierung an Schulen darüber, wie mit solcher Gewalt umgegangen werden soll, beziehungsweise wie diese sanktioniert werde. Zudem seien Mitarbeiter der Schulen mangelhaft über existierende Schutzmechanismen informiert, die zum Wohl der Kinder eingerichtet wurden. Vor allem aber seien die Schüler/Innen selbst sich im Unklaren darüber, wenn sie zum Opfer von Gewalt wurden und wissen nicht, an welche Gesprächspartner sie sich wenden könnten. Der Bericht empfiehlt daher, vorbeugende Maßnahmen einzuleiten und nimmt die Verantwortlichen in die Pflicht. Personen, die mit Kindern arbeiten, sollten Fälle von Gewalt umgehend melden und regelmäßig Weiterbildungen erhalten. Auch die Schüler/Innen selbst sollten im Unterricht deutlich besser auf ihre Rechte hingewiesen werden und ein größerer Fokus auf Toleranz und gegenseitigen Respekt gelegt werden. Dem georgischen Parlament wird im Bericht empfohlen, die betreffende Gesetzgebung zu schärfen und auf deren Umsetzung zu achten.

Reaktion der Politik

In einer ersten Reaktion auf den Bericht sagte die stellvertretende Ministerin für Bildung, Lia Gigauri, dass physische Gewalt von Lehrern gegen Schüler strikt verfolgt und ausnahmslos mit Entlassung sanktioniert werde.
Die Zahl der gemeldeten Fälle habe in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Im Jahr 2017 seien vier Lehrer/Innen aufgrund eines solchen Fehlverhaltens entlassen worden.
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