Gesellschaft / Geschichte
Vortragsreihe in Oxford zur Geschichte Georgiens
Die Universität Oxford bietet in einer Vorlesungsreihe in Oktober und November einen akademischen Einblick in die Geschichte von Georgien.

Ein Thema wird die Rolle der Dariali Schlucht, gelegen im Norden des Landes im Kazbegi Nationalpark, die eine der wichtigsten natürlichen Übergänge zwischen Georgien, beziehungsweise dem Kaukasus, und Russland bildet. Ihre historische Bedeutung beleuchtet der Archäologe und Historiker Eberhard Sauer von der Universität Edinburgh. Von der Antike, über den Einfall der Hunnen, bis ins Mittelalter hinein verfolgt er, wer wann diese natürliche Grenze zwischen Nord und Süd überschritt.

Macht im Mittelalter

Ana Cheishvili wird die Entwicklung der Sammlungen georgischer Kunstobjekte und anderer Artefakte in französischen Museen beleuchten und Sandro Nikolaishvili die Entstehungsgeschichte der königlich/kaiserlichen Macht in Georgien im Mittelalter vor und während der byzantinischen Herrschaft vortragen. In einer letzten Lesung wird Professor Donald Rayfield kritisch hinterfragen, was die beiden großen Machtpole der Region, Russland und Iran, in der Geschichte für Georgien getan haben. „What did Iranians and Russians ever do for the Georgians? – Exploitation and Empowerment”, so der Titel seiner Veranstaltung.

Studienfeld Georgien

Die Universität Oxford beschäftigt sich seit Langem mit Georgien. Erst in diesem Jahr, welches auch den 25. Jahrestag der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen Großbritannien und Georgien markiert, wurde eine neues Studienprogramm zu Georgien erstmals angeboten. Darüber hinaus findet sich in Oxford die größte Sammlung kultureller Objekte und literarischer Werke aus Georgien außerhalb der Landesgrenzen. Darunter auch eine Ausgabe von „Der Recke im Tigerfell“ des berühmtesten georgischen Dichters, Shota Rustaveli, aus dem 12. Jahrhundert.

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