Gesellschaft / Geschichte
© Außenministerium Georgien
200 Jahre deutsche Siedlungsgeschichte in Bolnisi
Am Wochenende wurde in der südgeorgischen Stadt Bolnisi der 200. Jahrestag der ersten Ansiedlung von deutschen Auswanderern in Georgien gefeiert.

Mit gemeinsamen Ausstellungen, Aufführungen und Konzerten von deutschen und georgischen Künstlern wurden die deutsch-georgische Freundschaft gefeiert und der kulturelle Austausch gefördert. Unter anderem trat das Heeresmusikkorps Veitshöchheim der Bundeswehr auf und Stadttheater wurde Hänsel und Gretel aufgeführt. Im ehemaligen deutschen Viertel der Stadt erinnerten Ausstellungen an das Schicksal der „Kaukasiendeutsche“.

Dunkles Kapitel der Geschichte

Schwäbische Siedler gründeten 1817 die Stadt Katharinenfeld, die später in Bolnisi umbenannt wurde. Ihr kultureller Einfluss ist auch heute noch zu sehen in der Stadt, die Siedler selbst wurden unter der Herrschaft von Stalin deportiert oder ermordet. Am Sonntag wurde ihnen zu Ehren ein Gedenkgottesdienst mit anschließendem Diskussionsforum abgehalten.

Deutsche Kirche renoviert

Anlässlich der Festivitäten wurden auch die Renovierungsarbeiten an der deutschen evangelischen Kirche im nahegelegenen Trialeti abgeschlossen. Trialeti wurde unter dem Namen Alexandershilf von den deutschen Siedlern gegründet. Die Kirche war 1862 erbaut worden, ihre Benutzung wurde in den 1930er Jahren von den Sowjets verboten. 2016 wurde das Gebäude von Georgien in die Liste der nationalen Kulturmonumente aufgenommen. Die Kosten für die Renovierung wurden mit Mitteln der deutschen Bundesregierung finanziert.


Die Kirche in Trialeti © Georgische Behörde für den Denkmalschutz

Weitere Meldungen zum Thema finden Sie hier:

Meldung vom 12. April 2017
Ausstellung in Tbilisi: Zwei Jahrhunderte deutsche Siedler in Georgien

Meldung vom 07. Juli 2017
Spielplatz im Zeichen der deutsch-georgischen Freundschaft
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